Hellersen: Lange Wartezeit mit verletzter Dreijähriger

Benjamin und Tanja Zahn mit ihrer Tochter Linda, die einen Trost-Teddy aus dem rettungswagen im Arm hält.

LÜDENSCHEID ▪ Ein blutverschmiertes Kind im Arm und einen großen Schrecken in den Knochen – so musste Tanja Zahn in der vergangenen Woche rund zweieinhalb Stunden in der Notaufnahme des Klinikums Hellersen verbringen, ohne dass ihre kleine Linda (3), so ihr Vorwurf, untersucht worden sei.

Mittlerweile geht es dem Kind wieder gut, der erste Schreck ist verflogen, aber der Ärger noch lange nicht verraucht. Gleichzeitig mit einem Beschwerdebrief an die Klinik suchen die Eltern nun den Weg in die Öffentlichkeit. „Ich habe des öfteren auch mit anderen Angehörigen schon lange da gesessen“, diese Erfahrung hat sie gemacht. „Und dann kommt man mit einem kleinen, verletzten Kind, und keinen interessiert das“, empört sie sich. Und hofft, dass sich bei den Abläufen oder zumindest bei der Sensibilität des Klinikpersonals künftig etwas ändert.

Nachdem ihre Tochter sich bei einem Unfall mit einer Kinderzimmerschaukel verletzt hatte, war das Kind mit einer stark blutenden Kopfverletzung von einem Rettungswagen ins Klinikum gebracht worden. Das Krankenhaus habe die Rettungswagenbesatzung angewiesen, direkt in die allgemeine Ambulanz zu fahren und nicht in die Kinderambulanz, schildert die Mutter den Ablauf. Letztlich habe das Kind zweieinhalb Stunden in einer mittwochnachmittags überfüllten Notaufnahme gesessen, was natürlich auch unter hygienischen Gesichtspunkten fragwürdig gewesen sei. Als sich endlich ein Chirurg ein Bild von ihrer Tochter gemacht habe, habe er erst das längst angetrocknete Blut entfernen müssen, bevor er schließlich eine kleine Kopfplatzwunde entdeckt und das Kind sodann an die Kinderambulanz verwiesen habe. „Dort“, so Tanja Zahn, „wurde uns wesentlich schneller und intensiver geholfen.“ Warum dieser Weg nicht gleich möglich gewesen sei, erschließt sich ihr nicht.

Sie habe selbst eine Ausbildung als Rettungsassistentin absolviert, sagt Tanja Zahn. Das habe ihr zumindest dabei geholfen, ihre Tochter während der Wartezeit genau beobachten zu können, ihre Pupillen, Reaktionen und ihr Verhalten im Blick zu behalten. Weil das lange blonde Haar blutverschmiert war, hätte schon die Rettungswagenbesatzung Schwierigkeiten gehabt, die Wunde zu lokalisieren, zumal man das Kind nicht noch weiter habe ängstigen wollen – ohne zu ahnen, dass noch viel Zeit bis zu einer Behandlung verstreichen würde. „Warum wird so ein Risiko eingegangen?“ fragen sich die Eltern. Darauf konnte das Klinikum auf Nachfrage bisher noch keine Antwort geben.

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