Landtagskandidaten bei den Wirtschaftsjunioren

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uniorensprecher Stefan Klotz (links) sowie Matthias Bittern (4. von links) und André Schiffner (4. von rechts) freuten sich, erneut alle Kandidaten zum Polittalk gewonnen zu haben. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Neu waren die Themen alle nicht, die am Dienstagabend kurz vorm großen Finale des Wahlkampfes beim Polittalk der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid angesprochen wurden. Bildung, Finanzen, Energie waren Schwerpunkte, zu denen sich alle sechs Direktkandiaten für den Wahlkreis 123 den Fragen von Matthias Bittern, einem der Leiter der Initiative Wirtschaft plus der Wirtschaftsjunioren, und des Publikums stellten.

Oliver Fröhling (CDU), Gordan Dudas (SPD), Angela Freimuth (FDP), Geza Lang (Die Grünen), Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) und Michael Meyer (Piraten) waren sich zum Beispiel absolut einig darin, wie wichtig Bildung ist. Auch dass dabei nicht gespart werden dürfe, war weitesgehend unstrittig, obwohl Angela Freimuth auch dabei die „0“ für die Nettoneuverschuldung vor Augen hatte. Dudas, Fröhling und Lang lobten gleichermaßen den „Schulfrieden“ mit der Einführung der Sekundarschule als Erfolg ihrer Parteien, bei dem es nicht mehr um Ideologien sondern um Inhalte gegangen sei, so Dudas. Freimuth beklagte eine Schwächung der Gymnasien, die wiederum Lang gar nicht sah. Thomas-Lienkämper hätte grundsätzlich lieber die Gemeinschaftsschule gesehen und sprach sich gegen die Möglichkeit des Sitzenbleibens aus. Auch Meyer war gegen Leistungszwang. Fröhling dagegen plädierte dafür, Kindern früh den Leistungsgedanken zu vermitteln.

Die Wahlkampfprogramme – auch nicht vorhandene – diktierten die Inhalte. Michael Meyer räumte gleich in der Vorstellungsrunde ein, dass es ja bekannt sei, dass die Piraten kein Programm haben. Aber Meinungen vertrat er, nicht nur in der Bildungspolitik. Einig waren Meyer und Thomas-Lienkämper darin, zur Verbesserung der Finanzlage eine Vermögenssteuer einzuführen, deren Erträge für Bildungsausgaben verwendet werden könnte. Die anderen vier redeten sich derweil in Hitze darüber, wo und wie am besten gespart werden könnte.

Beinahe Einigkeit herrschte zum Thema Ausbau der A 45. der sei zwingend nötig für die heimische Wirtschaft. Da verschwanden selbst bei Gordan Dudas und Angela Freimuth alle politischen Differenzen und sie betonten, sie hätten sich als heimische Abgeordnete beide vehement dafür eingesetzt und gemeinsam dafür gekämpft, zu zeigen, „dass wir Innovationsregion sind“, so Freimuth. Selbst Geza Lang meinte, man könnte die Maßnahme wegen der Brückenarbeiten als Sanierung verbuchen – was auch die Grünen unterstützen würden. Meyer verwies auf seine eigenen regelmäßigen Schwierigkeiten im Stau und Oliver Fröhling sagte klar: „Der Ausbau muss sein.“ Gelächter erntete dagegen Michael Thomas-Lienkämper mit seinem Vorschlag, heimische Unternehmen sollten mehr auf die Schiene setzen. ▪ gör

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