Landgericht: „Honoriger Mann“ muss zum Amtsarzt

Lüdenscheid - Nächste Runde in Sachen „Teuerste Druckerpatrone der Stadtgeschichte“: Der „honorige Mann“ muss zum Arzt. So lautet der Beschluss der 5. kleinen Strafkammer des Hagener Landgerichts. Danach soll ein Arzt des Gesundheitsamtes den 70-jährigen Angeklagten einer Untersuchung zur Frage der Verhandlungsfähigkeit unterziehen.

Wie Gerichtssprecher Jan Schulte im LN-Gespräch bestätigt, soll dabei zudem geklärt werden, ob der Lüdenscheider auch am 2. März akut behandlungsbedürftig gewesen ist. An diesem Datum platzte die Berufungsverhandlung. Der Kaufmann gab an, stationär in einer Hamburger Klinik zu liegen und blieb seinem Prozess fern. Auf eine Bestätigung des Krankenhauses wartet die Justiz bis heute. Inzwischenhat sein Strafverteidiger das Mandat niedergelegt.

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Bekanntlich bestreitet der 70-Jährige hartnäckig, eine Druckerpatrone im Saturnmarkt geklaut zu haben. Gegen das erstinstanzliche Urteil, 600 Euro Geldstrafe, legten seine Verteidiger und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Behörde geht davon aus, dass der Angeklagte bewusst falsche Angaben zu seinem Vermögen gemacht hat.

Auch wenn der Tatvorwurf laut Richterin Claudia Oedinghofen „von der Gewichtigkeit eher im unteren Bereich“ liegt, sieht sie nun wegen der „erheblichen Verzögerungen“ im Verfahren Handlungsbedarf. Ein neuer Verteidiger hat sich bei Gericht noch nicht gemeldet.

Von Olaf Moos

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