Landgericht: „Honoriger Kaufmann“ jetzt ohne Strafverteidiger

Lüdenscheid - Neues vom „honorigen Kaufmann“ und der teuersten Druckerpatrone der Stadtgeschichte: Zwar ist nach der mehrfach geplatzten Berufungsverhandlung vor dem Hagener Landgericht weiterhin kein neuer Prozesstermin in Sicht. Doch die Vorsitzende Richterin Claudia Oedinghofen beabsichtigt offenbar, den Angeklagten einer amtsärztlichen Untersuchung zu unterziehen, um dessen Verhandlungsfähigkeit prüfen zu lassen.

Derweil hat der renommierte Strafverteidiger Dr. Wilhelm Krekeler aus Dortmund sein Mandat niedergelegt. Das bestätigt der Sprecher des Landgerichts, Jan Schulte, gegenüber den LN. Dr. Krekeler hatte für die Berufungsinstanz die Verteidigung des Lüdenscheiders übernommen. Doch am 2. März, als die Justiz endlich über die Angelegenheit entscheiden wollte, saß der Anwalt ohne Mandant da. Der 70-Jährige befand sich angeblich in stationärer Behandlung in einem Hamburger Krankenhaus. Eine Bestätigung darüber liegt bis heute nicht vor.

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Dem Gericht hat der Angeklagte, nun ohne Verteidiger, inzwischen eine ärztliche Bescheinigung übersandt, aus der laut Jan Schulte hervorgeht, dass er sich demnächst „wieder“ in stationäre Behandlung begeben werde. Dem Brief fügte der als wohlhabend geltende Lüdenscheider eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei, die bis einschließlich Juni gültig ist. Jetzt ist nach LN-Informationen die amtsärztliche Untersuchung fällig.

Dr. Krekeler war in dieser Angelegenheit der dritte Strafverteidiger des „honorigen Kaufmanns“, nachdem der nach der Verurteilung zu 600 Euro Geldstrafe in der ersten Instanz den Lüdenscheider Rechtsanwalt Karl-Werner Lohmann und Strafverteidiger Karl-Hans Hassel aus Bonn gefeuert hatte. Noch hat sich kein vierter Verteidiger beim Gericht gemeldet. Laut Jan Schulte kann sich der Angeklagte vor dem Landgericht aber auch selbst verteidigen.

Von Olaf Moos

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