Zwei Lüdenscheider belasten sich gegenseitig

Lidl-Erpressung: Große Strafkammer im "Landeanflug"

Symbolbild

Lüdenscheid - Die große Strafkammer des Dortmunder Landgerichts geht langsam in den „Landeanflug“. Am Freitag nächster Woche wollen die Richter nach dreimonatiger Beweisaufnahme im Prozess gegen zwei mutmaßliche Lidl-Erpresser die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung entgegennehmen.

Im Falle eines Schuldspruchs drohen den beiden Angeklagten, die in Lüdenscheid, Im Olpendahl, ein Industrieunternehmen betrieben haben, langjährige Freiheitsstrafen. Laut Anklage haben die beiden, 45 und 46 Jahre alt, fünf Millionen Euro von dem Lebensmittel-Discounter verlangt. 

Ansonsten, kündigten sie an, würden sie Nutella, Zucker oder Zahncreme in den Auslagen mit einem Pflanzenschutzmittel vergiften. Offenbar haben mehrere Hintermänner an dem Vorhaben mitgewirkt.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nach Zeugenaussagen über einen Verbindungsmann Kontakte zu den Verdächtigen hergestellt. Über Einzelheiten dazu schweigt sich die Behörde jedoch aus. 

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Die beiden Ex-Lüdenscheider – der ältere der beiden hat wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin bereits 15 Jahre in Haft gesessen – weisen jede Schuld von sich und belasten sich gegenseitig. Doch beide wurden im Ermittlungsverfahren von einem Kronzeugen schwer belastet, der angeblich in ihrem Auftrag kontaminierte Waren ausgelegt und die jeweiligen Adressen der betroffenen Supermärkte an die Angeklagten weitergeleitet hat. 

Im Laufe der Beweisaufnahme hatte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm deutliche Kritik an der Arbeit der Polizei geäußert. Demnach waren die Hauptverdächtigen nicht lange genug observiert, sondern allzu schnell festgenommen worden. 

Möglicherweise fällt die Kammer noch am Tag der Plädoyers das Urteil gegen die Angeklagten. Anderenfalls soll eine Entscheidung am 30. Oktober verkündet werden.

Der Prozess wird am 20. Oktober um 9.30 Uhr fortgesetzt.

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