Wolfsgeheul im großen Saal

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Drei kluge Köpfe reichten, um die Inszenierung lebendig zu gestalten.

LÜDENSCHEID - Das Geheul der kleinen Werwölfe hallte am späten Nachmittag noch bis auf die Schillerstraße. Im gut besuchten Kulturhaus hatte das Westfälische Landestheater eine Kurzeinführung in die Welt der haarigen Horrorwesen gegeben. Umgesetzt für die Bühne wurde bereits im vergangenen Sommer Cornelia Funkes Geschichte „Der kleine Werwolf“, mit dem das Landestheater nun im Kulturhaus Station machte.

Drei klug und witzig agierende Köpfe, mehr brauchte es nicht, um das Publikum eine Stunde lang in den Sitzen zu fesseln. Zack, und schon war man mitten im Geschehen: In einer gruseligen Unterführung wird Motte (Daniel Printz) im Beisein von Freundin Lina (Julia Panzilius) von einem Werwolf gebissen. Motte weiß gar nicht so recht, wie ihm geschieht. Doch mit Hilfe der Freundin, der passenden Literatur und ein paar Utensilien wird am Ende wieder alles gut.

Spartanisch die Bühne, klein das Ensemble, eine Handvoll Utensilien – und doch gelang den Schauspielern mit allerlei Finesse, den Funke-Stoff zu transportieren, ohne zu erschrecken. Man bediente sich des Stop-Motion-Theaters, bei dem ein Teil der Agierenden in der Bewegung verharrt, um die Aufmerksamkeit auf einen anderen Teil der Bühne zu lenken. Geräusche wie die Türklingel, das Zähneputzen oder auch das Ablesen eines Strichcodes kamen aus dem Off, Örtlichkeiten wie Dachboden, Stadtbücherei oder der dunkle Park wurden per Schattenbild dargestellt. So blieb den Besuchern ein ständiger Bühnenumbau erspart und die Spannung erhalten.

Die Sympathie der Zuschauer eroberte Steffen Weixler im Sturm. Er begleitete die Geschichte nicht nur als Erzähler, sondern übernahm nebenbei auch noch sechs weitere Rollen auf der Bühne – einschließlich die des Boxerrüden Nero. Insgesamt ist dem Landestheater eine hübsche Inszenierung gelungen, spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Und Kinderseelen haben ganz sicher nicht gelitten. - rudi

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