Eine Schaufensterpuppe, gestohlene Augen und Helene Fischer

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Maximilian von Ulardt als Nathanael in der Inszenierung "Der Sandmann".

Lüdenscheid – „Wenn ich die Brille aufsetze, bin ich Nathanael“, sagt der junge Schauspieler Maximilian von Ulardt an diesem Vormittag im Studio des Kulturhauses. Hinter ihm liegen gute 60 Minuten Schauergeschichte.

Das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel war gestern Vormittag mit „Der Sandmann“ zu Gast, angelehnt an die Erzählung von E.T.A. Hoffmann. Im Auditorium sitzen überwiegend Schüler, gehört doch die Lektüre des Hoffmann'schen Märchens zum Schulstoff der Oberstufe. Die jungen Leute stellen im angebotenen Nachgespräch Fragen – „Hätte E.T.A. Hoffmann die Inszenierung so gewollt?“ 

„Das ist unsere Interpretation, wie wir den Nathanael im Jahr 2020 sehen. Und wir haben nach Mitteln gesucht, wie wir als Schauspieler an Euch herankommen.“ Eines dieser Mittel ist eine Loop-Schleife, ein anderes musikalische Anspielungen zwischen Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Stand by Me“ und Helene Fischers „Atemlos“.

Die monströse Geschichte beginnt beim kleinen Nathanael und dem Ammenmärchen vom Sandmann, der die Augen der nicht schlafen wollenden Kinder herausreißt und sie an seine eigene Brut verfüttert. In der Inszenierung von Jolanda Uhlig schlüpft der Protagonist in seiner Ein-Mann-Performance in 'zig verschiedene Rollen, die er mit Gestik, Mimik und Sprachgebrauch hingebungsvoll ausfüllt.

Der Protagonist mischte sich gern unter das Publikum.

Die Bühne – eine Art abgesteckter Claim, den Max von Ulardt nur zu gern verlässt, um sich mit dem Satz „Jens. mach mal Licht an“ ins Publikum zu setzen und von dort aus weiter zu agieren. Eine packende Inszenierung, gespickt mit kleinen Ausreißern, die das Publikum leise zum Lachen bringen.

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