Landesbühne Esslingen inszeniert Zauberer von Oz

Die Vogelscheuche machte den Kindern im Saal jede Menge Spaß.

LÜDENSCHEID - Man darf den Hut ziehen vor dem Equipment und dem aufwändigen Bühnenbild, mit dem die Württembergische Landesbühne Esslingen mit der Inszenierung des „Zauberers von Oss“ als Reisetheater unterwegs ist. Am späten Nachmittag machte das Ensemble Station im Kulturhaus und zeigte eine rundum gelungene, liebevoll für die Bühne umgesetzte Fassung des Stücks, das im Jahr 1900 unter dem Titel „The Wizard of Oz“ von Lyman Frank Baum veröffentlicht wurde.

Bunt, fantasievoll, fast schon poetisch kam die Bühnenadaption unter der Regie von Ingrid Gündisch daher. Das Märchen selbst schien den meisten der kleinen Zuschauer im seit Monaten ausverkauften großen Saal bekannt. Das Mädchen Dorothee, stark gespielt von Jördis Johannson, wird samt Haus von einem Wirbelsturm aus dem heimischen Kansas ans andere Ende des Regenbogens geweht, direkt hinein in das Land Oz des großen Zauberers, der im Laufe vieler Bearbeitungen der letzten hundert Jahre immer mal wieder eine andere Schreibweise erfuhr. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, heim nach Kansas zu kommen, begegnet Dorothee allerlei skurrilen Gestalten, sehr zur Freude der Kinder im Saal hervorragend umgesetzt und ausstaffiert durch Barbara Fumian (Kostüme). So ist beispielsweise die Vogelscheuche (Thomas Müller-Brandes) mutig, aber wünscht sich ein Hirn. Der Blechmann (Aki Tougiannidis) hat zwar Hirn, aber dafür kein Herz, und der Löwe (Christian A. Koch) hat beides, aber keinen Mut. Stets im Kampf gegen die Hexe des Westens (Anne-Julia Koller) macht sich das Quartett auf in die Smaragdenstadt, um vom Zauberer von Oss Hilfe zu erbitten.

Das achtköpfige Ensemble, das immer wieder in Doppel- und Dreifachrollen schlüpfte, bot eine Inszenierung voller charmanter Effekte, zu denen ohne Frage auch die Lichtregie zählte. Die wie von Zauberhand aus der Bühnenkuppel wachsenden Mohnblumen, der leise rieselnde Schnee oder auch ein kleiner Feuerzauber am Rande des Geschehens – immer wieder gelang es den Darstellern, das Publikum zu verblüffen, nein besser noch, zu verzaubern.

Dass das Ensemble bei der Intonation der vielen bekannten Melodien hier und da ein wenig überfordert war, ist absolut verzeihlich. Und manch ein Erwachsener wird am Abend auf dem Heimweg das weltbekannte „Over the rainbow“ vor sich hin gesummt haben, das die junge Judy Garland bereits 1939 bei der Verfilmung des Romans „Der Zauberer von Oz“ sang. - rudi

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