Piepersloh: Anwohner fordern Schutz

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Heider (l.) stellte sich der Kritik der Anwohner des Stadtteils Piepersloh.

PIEPERSLOH - Die Nähe zur Autobahn A45 und die damit verbundene Lärmbelästigung macht den Anwohnern des Bremecker Weges im Stadtteil Piepersloh zu schaffen. Kürzlich besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider gemeinsam mit Ratsherr Jürgen Sager die betroffenen Bürger, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen und sich die Situation aus Sicht der Betroffenen unter Federführung von Anwohner Christian Topp schildern zu lassen.

Zahlreiche Bürger des Stadtteils haben bereits Anträge bei „Straßen NRW“ für Lärmschutzmaßnahmen an ihren Häusern gestellt.

„Es kann nicht sein, dass wir als Anwohner der Hauptlebensader in der Region unsere Kosten für den Lärmschutz allein tragen sollen“, erklärte einer der zahlreich erschienen Betroffenen. Viele Bürger beklagten dabei nicht nur die schleppende Bearbeitung der bereits gestellten Anträge, sondern auch deren aus ihrer Sicht oft willkürliche Bewilligung oder Ablehnung. Die zugrunde liegenden Dezibel-Werte seien in den meisten Fällen nicht vor Ort gemessen, sondern lediglich nach Aktenlage errechnet worden. Darüber hinaus liegt inzwischen eine neue Karte von Straßen NRW vor, in der die Straßenlärm-Emissionen für die Anwohner in Piepersloh neu errechnet wurden.

Dr. Matthias Heider gab zu bedenken, dass die A45 an dieser Stelle seit 1990 baulich nicht verändert wurde und deshalb bezüglich des Lärmschutzes noch die gleichen Richtlinien wie damals gelten. „Inzwischen hat sich aber das Verkehrsaufkommen und damit auch der Lärm hier drastisch erhöht“, erklärte ein Anwohner. Nach einem Ausbau der Autobahn, so Heider, sähe die Situation grundlegend anders aus. „Dann müssen die aktuellen, für Sie günstigeren Lärmschutzrichtlinien zugrunde gelegt werden.“ Der Ausbau des betreffenden Autobahnabschnittes werde jedoch aller Voraussicht nach erst langfristig innerhalb der nächsten zehn Jahre erfolgen. „Natürlich werde ich mich weiter für einen Ausbau der wichtigsten Verkehrsadern unserer Region einsetzen, zu denen die A45 natürlich gehört“, versicherte Heider.

Auch jene Anwohner des Bremecker Weges, deren Lärmschutzmaßnahmen von „Straßen NRW“ bewilligt wurden, können noch lange nicht aufatmen, denn einen Handwerker zu finden, der die zahlreichen Auflagen in die Tat umsetzt, ist aus Sicht der betroffenen Bürger nahezu unmöglich. Zwar gäben die meisten Firmen zunächst ein Angebot ab, machten jedoch, wenn es um die konkrete Umsetzung gehe, in der Regel einen Rückzieher. Aus diesem Grund, so die Meinung der Anwohner, sei auch die Genehmigung entsprechender Lärmschutzmaßnahmen durch „Straßen NRW“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt reine Augenwischerei. Ein Besuch seitens „Straßen NRW“ sei vor den Wahlen abgelehnt worden, erklärte Heider. Er werde jedoch alles daransetzen, dies für Oktober oder November zu organisieren.

In Lärmschutz werde aber auch künftig investiert: „Ich gehe davon aus, dass die 50 Millionen Euro für Lärmsanierungsmaßnahmen im Bundeshaushalt für diesen Posten auch weiterhin bewilligt werden.“

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