„Lachen live“ im ausverkauften Kulturhaus 

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Flachmann als Pausenfüller: Tobias Brodowy, Henning Bornemann, Uli Winters und Rebé Steinberg (v.l.) zeigen Wirkung.

Lüdenscheid - Zum Piepen: Die Comedy Show „ Lachen Live“ im Kulturhaus. Henning Bornemann, René Steinberg, Tobias Brodowy und Uli Winters, die Vier von der Schwankstelle des Senders WDR 2, präsentierten dem Publikum im ausverkauften Kulturhaus eine muntere Show mit erfreulich frechen Ansätzen.

Freundliches Hallo und gesteigerte Lachbereitschaft waren zu verzeichnen, als der Träger der Lüdenscheider Lüsterklemme, René Steinberg, ohne derlei Beschwernis vorab schon einmal Kontakt zum Publikum aufnahm. Als die Show langsam Fahrt aufnahm, konnten sich die Zuhörer phasenweise kaum halten vor Lachen.

Das lag an der präsentierten Mischung und der unverklemmten Art, sich auf der Bühne auch einmal spontan zu foppen oder auf die Schippe zu nehmen. Da setzte es auch in Einspielungen herrliche Versprecher aus dem Radioalltag. Hinzu kamen Auszuge aus Briefen und E-Mails, Marke: Hier biegen sich die Balken. Garniert wurde das Ganze mit szenisch aufbereiteten Telefonaten absurden Inhalts. Auch Lurch-Peter Hansen, der Bahn wackere Servicekraft von trauriger Gestalt, wurde erstmals auf der Bühne gesichtet. Henning Bornemann stellte dabei sein komödiantisches Talent unter Beweis. Entsprechend euphorisch feierte das Publikum den Lurch.

„Lachen live“ im ausverkauften Kulturhaus /

In rasantem Spiel hurtigen Rollenwechsels huschten Theo Lingen, Hans Moser, Herbert Grönemeyer und andere Berühmtheiten unverwechselbaren Klanges über die Bühne. Reiner Calmund (René Steinbach) und Karl Lauterbach (Uli Winters) prallten in einer gesundheitspolitischen Diskussion aufeinander. Strittig blieben das Thema „Wohlfühlen durch gesunde Ernährung“ und die These einer direkten Beziehung zwischen Körperfett und cognitiver Insuffizienz. Das muntere Quartett ließ den Bi-Ba-Butzemann hochleben, sang aber darauf „Es schleicht ein Fifa-Funktionär...“ Ein Lied über die Platzierung von Bestechungsgeldern. Moral von der Geschicht: Lieber den angebotenen Zaster einstreichen als totgeschlagen zu werden.

Steinbach mit Lindenberg und Grönemeyer im Kopf, Pofalla im Gespräch mit Lurch-Peter Hansen, die vier Akteure als „Gregorian Mystics“ erfolgreich Kirche und Karneval verschmelzend, das alles fand erfreute Abnehmer. Einziger Wermutstropfen: Auf der Suche nach wenig Inhalt ist das Quartett auf einen reichhaltigen Fundus gestoßen, hat diesen erfolgreich geplündert und noch ein paar Nummern dazu gestrickt.

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