Kurzes Wintergastspiel in der Bergstadt

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Schau an, es hat geschneit: Auch Rocky Della Fera musste sein Auto morgens erst einmal von zehn Zentimeter Neuschnee befreien.

Lüdenscheid - Kurz, aber heftig: Der Wintereinbruch pünktlich zum Wochenauftakt erwischte die Lüdenscheider kalt. Auf Busse warten, schweren Schnee schippen, an steilen Straßen scheitern und eine STL-Mannschaft, die gar nicht so schnell räumen konnte wie Neuschnee fiel – das volle Programm. Schon mittags meldete die MVG allerdings: „Alles wieder entspannt.“

26 Unfälle verzeichnete die Polizei im Kreisgebiet, fünf davon auf Lüdenscheids Straßen. Der Gesamtsachschaden von schätzungsweise 15. 000 Euro zeigt: Hier summierten sich Blechschäden von Bagatellunfällen. Die Autobahnpolizei registrierte zwischen sechs und zwölf Uhr fünf Unfälle auf der A45 – ohne Verletzte, mit einem Gesamtsachschaden von schätzungsweise 12 .000 Euro.

Schwierig war der Schnee für den Berufsverkehr. „Wir hatten heute morgen überall Probleme“, sagte Marika Gomolka von der MVG, „besonders in den Höhenlagen.“ Auf der MVG-Internetseite war die Rede von „Behinderungen“ und „akuten Ausfällen im Verkehrsgebiet“. Die Wartenden brauchten Geduld, erst im Laufe des Vormittags besserte sich die Situation.

Auch der Lieferverkehr in der Innenstadt hatte zu kämpfen. Ein DHL-Fahrzeug schaffte zum Unmut der wartenden Fahrzeuge hinter ihm die enge Kurve aus der Schillerstraße in die Freiherr-vom Stein-Straße nicht. Der Fahrer suchte sich schließlich seinen Weg über die Brauhaus-Wendeplatte durch die Wilhelmstraße. Am Staberg hing ein Laster fest.

Die Profi-Schneeräumer hatten ab vier Uhr ihren ersten, den „23. oder 24. Wintereinsatz“, wie Einsatzleiter Frank Bäcker vom Stadtreinigungs- und Transportbetrieb (STL) vorrechnete. „Die Jungs haben insgesamt einen guten Job gemacht“, befand er. „Aber selbst der beste Winterdienst kann keine sommerlichen Verhältnisse schaffen.“ Manchmal stünden eben auch Räumfahrzeuge im Stau. In den beiden Vorjahren seien die Winter milde gewesen, doch grundsätzlich könne man sagen: „Die Wetterlagen werden extremer.“

Nach dem schweren Winter 2010 hat der STL bezüglich der Streusalzvorräte vorgesorgt, so dass es hier keine Engpässe geben dürfte. Rund 100 bis 120 Tonnen landen pro Einsatz auf Lüdenscheids Straßen. „Da ist so eine Halle schnell leer“, weiß Bäcker. In die passen 700 bis 800 Tonnen, die schnell nachgefüllt werden. Weil die Salzindustrie nicht in der Lage sei, ganz Deutschland zu versorgen, setzen die Lüdenscheider auf eigene Reserven in externen Lagern, „damit wir gut gerüstet sind“. Und wenn’s das jetzt war mit dem Winter, ist das auch nicht schlimm: „Salz wird nicht schlecht.“ - von Susanne Kornau

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