Kurze Hosen! Banken und Stadt ändern Dresscode bei Hitze

+
Weg mit dem Schlips! Thomas Meermann von der Sparkasse Lüdenscheid lockert das enge Band um den Hals. Denn während der heißen Tage in dieser Woche schaffen die Sparkasse sowie auch andere Banken und Arbeitgeber den Krawattenzwang ab. Mitarbeiter nutzen das gern.

Lüdenscheid – Die Krawatte lockern, raus aus den dicken Schuhen, rein in die luftigen Sandalen – die Sommerhitze ist zurück. Doch während Schüler in der Ferienzeit das warme Wetter an einer der Bade-Talsperren oder beim Eisessen verbringen dürfen, müssen andere im Büro schwitzen.

Und das nicht selten unter erschwerten Bedingungen. Denn luftige und insbesondere kurze Kleidung ist noch lange nicht überall erlaubt. Vor allem bei Banken und in manchen Unternehmen herrschen oft strenge Dresscodes. Aber: einige Chefs lockern die Regeln. Und andere stellen erst gar keine mehr auf. 

„Ich habe gerade den letzten Satz zur veränderten Kleiderordnung in dieser Woche geschrieben, da rufen Sie zu dem Thema an – das passt!“, sagt Sparkassen-Sprecher Thomas Meermann und lacht. Seine Info an die Sparkassen-Mitarbeiter: Eine Krawatten-Pflicht gibt es diese Woche nicht. „Das macht es für viele deutlich angenehmer“, sagt er.

"Frauen haben mehr Spielraum" 

Offiziell gilt bei der Sparkasse der Business-Look, also Anzug und Krawatte bei Männern, Hosenanzug oder Business-Kleid bei Frauen. „Die Damen haben es in der Hinsicht nicht unbedingt einfacher, aber sie haben auf jeden Fall mehr Spielraum“, allein die Mode gebe deutlich mehr Variationsmöglichkeiten her. Denn etwa kurze Anzughosen seien für Männer nicht vorgesehen. 

Manuel Haberecht schwitzt auf der Baustelle Knapper Straße – im Zweifel zieht er das T-Shirt einfach aus.

„Die meisten machen bei der Hitze aber davon Gebrauch, auf die Krawatte zu verzichten. Und die Kunden sind sehr verständnisvoll“, sagt er nicht ganz ernsthaft und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Ich selbst habe den Schlips noch nicht abgelegt, aber das ist freiwillig.“ Ansonsten stelle die Sparkasse in diesen Tagen kalte Getränke für die Mitarbeiter und die Kunden bereit. 

Die Volksbank in Lüdenscheid dagegen hat den Krawattenzwang vor einigen Jahren generell abgeschafft, wie Thomas Sommer von der Marketingabteilung sagt. „Das ist eine sehr angenehme Sache.“ Zwar sei auch bei der Volksbank nach wie vor der Business-Dresscode angesagt, „aber nicht mehr ganz so streng wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.“ 

Im Rathaus tragen auch Männer kurze Hosen. Einen Dresscode, also eine Kleiderordnung, gibt es nicht. Nur angemessen sollte es sein.

Dennoch: Sandalen oder gar Flip-Flops seien für Männer und Frauen tabu. „Wobei es inzwischen immer mehr leichte Modelle gibt, die business-tauglich sind.“ 

Ähnlich handhabt das die Commerzbank in Lüdenscheid. Auch dort wurde die Krawatten-Pflicht aufgehoben – jedenfalls während der Hitze. Anzug oder Sakko seien in der Kleiderordnung aber „normal“: „Das geht, mit einer Stoffhose ist es bei dem Wetter durchaus erträglicher als etwa in langen Jeans“, sagt Filialleiter Björn Quast. Vor allem, weil viele Filialen nicht klimatisiert seien. 

Die Stadt geht`s locker an

Locker geht es dagegen bei der Stadtverwaltung zu. Denn im Rathaus gibt es keinen Dresscode, wie Stadtsprecher Sven Prillwitz sagt. „Trotzdem sollte die Kleidung natürlich seriös und gescheit aussehen.“ 

Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern erlaubt die Stadt kurze Hosen auch Männern. „Nicht im Prinzip der Badehose, die kaum das halbe Bein bedeckt“, sagt Prillwitz. Aber: „Wenn mehr als der halbe Oberschenkel bedeckt ist, idealerweise bis zum Knie, ist das in Ordnung.“ 

Für Frauen gelte: „Es sollte nicht das kurze Schwarze sein oder ein Minirock.“ Kürzere Kleidung und Sandalen seien aber kein Problem. „Eben so, dass man seriös und trotzdem luftig durch die heißen Tage kommt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare