Kunststoff als Karriere-Chance

An einer Station mussten die Schülerinnen und Schüler Gewicht und Zusammensetzungen von Kunststoffmischungen berechnen und mischen. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Im Foyer des Rathauses durchliefen am Dienstag rund 120 Schüler einen Parcours des Lüdenscheider Kunststoff-Instituts, der ihnen praktische und theoretische Einblicke in die industrielle Verarbeitung von Kunststoff ermöglichte. Betreut wurden die Jugendlichen von Auszubildenden der Branche, die sich auch zu Ausbildungschancen äußerten.

„Der große Vorteil dieses Parcours´ besteht darin, dass die Schüler in Gruppen selbstständig Aufgaben lösen müssen“, sagte Torsten Urban, Bereichsleiter am Lüdenscheider Kunststoff-Institut, das die Veranstaltung seit 2006 einmal jährlich für Acht- und Neuntklässler der heimischen Schulen anbietet. „Anfangs mussten wir bei den Schulen noch Klinken putzen, um Teilnehmer zu werben, aber mittlerweile kontaktieren uns die Schulen Monate im Voraus, um sich Plätze zu sichern“, so Urban.

Fünf Stationen waren im Rathausfoyer aufgebaut, an denen die Schülerinnen und Schüler jeweils zehn Minuten lang unterschiedliche Aufgaben lösen mussten. Dabei ging es unter anderem darum, mittels Kratz- und Brennproben eine gewisse Anzahl an Kunststoffen zu erkennen und mit Hilfe eines bebilderten Ratgebers Fehler an Fertigprodukten nachzuweisen und zu erläutern. An weiteren Stationen mussten die richtige Zusammensetzung von Kunststoffgranulat und Farben nach Vorgaben berechnet und gemischt sowie nach Zeichnungsdaten Drähte materialsparend gebogen werden.

„Das ist auf jeden Fall sehr interessant, weil man Kunststoff so vielfältig verarbeiten kann“, sagte Jennifer Viaene. Ihre Zukunft nach ihrem Hauptschulabschluss am Stadtpark sieht die 16-Jährige jedoch nicht in der Kunststoffverarbeitung: „Ich möchte irgendetwas im technischen Bereich machen.“

Ihr Klassenkamerad Azzedine Boumahdi dagegen kann sich durchaus vorstellen, später in der Kunststoffbranche tätig zu sein. „Ich finde die Verarbeitung spannend. Das könnte später wirklich etwas für mich sein“, sagte der 16-Jährige.

An einer weiteren Station erhielten die Schülerinnen und Schüler Informationen rund um die Ausbildung im Bereich der Kunststoffverarbeitung – aus erster Hand: Azubis heimischer Betriebe standen den Fragenden Rede und Antwort und betreuten die Schülergruppen auch bei den praktischen Arbeiten. „Das Prinzip hat sich bewährt, denn so können sich die jungen Leute auf Augenhöhe begegnen und die Azubis, die nur wenig älter sind, aus dem Nähkästchen plaudern“, erklärte Torsten Urban vom Kunststoffinstitut.

Von dem Parcours sollen sowohl sowohl Schüler als auch heimische Unternehmen profitieren. „Jugendliche haben die Möglichkeit, die Verarbeitung von Kunststoff und zukünftige Ansprechpartner kennenzulernen für ein Praktikum oder eine Ausbildung“, erläuterte Urban. „Und gleichzeitig sorgen wir dafür, die immense Nachfrage der Industrie nach qualifizierten Fachkräften zu befriedigen.“ Gesucht werden laut Urban unter anderem Werkzeugmechaniker und Chemielaboranten.

Heute werden 150 weitere heimische Schülerinnen und Schüler im Foyer des Rathauses erwartet, die den Kunststoff-Parcours durchlaufen. ▪ Sven Prillwitz

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