Keine Einmischung erlaubt

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Die Sammlung Crummenerl birgt so manchen Schatz, hier ein Kopf-Stein des Künstlers Timm Ulrich.

LÜDENSCHEID - Wenn man am Ende der lange währenden Geschichte anfängt, steht dort eine Stiftung, die den Namen „Kunststiftung Lüdenscheid“ trägt. „Und das hoffentlich noch bis zum Ende meiner Amtszeit hier am 31. August“, macht Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen klar, dass ihm der Abschluss dieser Planungen am Herzen liegt. Gestern brachte der Kulturexperte den entsprechenden Antrag auf den Weg zur Bezirksregierung in Arnsberg – „aber ich erwarte eigentlich keine Schwierigkeiten mehr“.

Wenn das „grüne Licht“ aus Arnsberg aufleuchtet, muss die Gründung einer Kunststiftung noch den Rat passieren. Danach kann die Stiftung ihre Arbeit aufnehmen. Hintergrund ist das Angebot des Ehepaares Doris und Klaus Crummenerl, Teile seiner umfangreichen Kunstsammlung zur Verfügung zu stellen. Seit mehreren Jahrzehnten trägt das Ehepaar Kunstgegenstände unterschiedlicher Art zusammen, viele Freundschaften und Verbindungen zu namhaften Künstlern sind darüber entstanden. „Die beiden übertragen die Werte der Stiftung und haben die Absicht, das Geld dafür wieder mit einzubringen. So verfügt die Stiftung zum Start über Kunst und Geld und kann damit die eine oder andere Ausstellung demnächst unterstützen oder auch die Crummenerl-Kunstwerke öffentlich zeigen“, so Theissen weiter. Allerdings wolle man sich nicht schlagartig im Hause Crummenerl von den Kunstwerken trennen, sondern sukzessive: „Die beiden wollen ja schließlich weiter mit der Kunst leben.“ 2010 zeigte Klaus Crummenerl bereits in der Ausstellung „privatim“, über welche Kleinode das Ehepaar verfügt, eine bemerkenswerte Ausstellung, die auf eine breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit stieß. Damals zeigte der Kunstkenner in der Städtischen Galerie über Wochen seine Lieblingswerke. Die Ausstellung wurde aufgrund ihrer Besucherresonanz sogar verlängert.

Der Vorstand der Kunststiftung soll aus drei kundigen Köpfen bestehen, ergänzt durch eine Art Aufsichtsrat. Die ersten drei Vorstandsmitglieder werden durch den Rat in Abstimmung mit Klaus Crummenerl bestimmt. Danach allerdings endet das Mitbestimmungsrecht Außenstehender. Das Zustiften von Kunstwerken und finanziellen Mitteln bleibt erlaubt, aber eine Einmischung – beispielsweise durch veränderte Mehrheitsverhältnisse im Rat – ist laut der Satzung der Kunststiftung nicht möglich. - rudi

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