Kunstfreunde wollen für die Städtische Galerie kämpfen

Kampfansage: Rund 40 der 100 Mitglieder des Vereins Kunstfreunde Lüdenscheid kamen gestern in die Räume der Galerie.

LÜDENSCHEID - Vor einem Jahr taten sich die Kunstfreunde Lüdenscheid zusammen, um die Städtische Galerie zu fördern, doch jetzt sehen sich rund 100 Vereinsmitglieder gezwungen, dafür zu kämpfen, dass es überhaupt noch etwas zu fördern gibt: Die öffentliche Spar-Diskussion um Fortbestand oder Auflösung der Galerie prägte gestern Abend die Hauptversammlung, auf der Vereinsmitglied Frank Seltmann unter Beifall erklärte: „Vielleicht brauchen wir ja so etwas wie Lüdenscheid 21.

Ich würde jedenfalls für die Galerie auf die Straße gehen!“ Beirat Klaus Crummenerl, früher Kulturdezernent und Stadtdirektor, schrieb den amtierenden Politikern ins Stammbuch: „Seid vorsichtig damit, etwas kaputt zu machen, was die Generation vor euch in langer, mühevoller Arbeit aufgebaut hat!“

Bevor es auf die Straße geht, soll der Weg möglichst vieler Vereinsmitglieder indes in die nächste Sitzung des Kulturausschusses führen. Am 2. Dezember ab 16 Uhr im Kulturhaus will man mit den Politikern diskutieren.

Bis dahin dürfte die Galerie bereits wochenlang faktisch ohne Leitung sein. Hilke Gesine Möller kann krankheitsbedingt auf Monate hinaus nur wenige Wochenstunden arbeiten, ihre Vertreterin scheidet nach Eröffnung der Crummenerl-Ausstellung in der nächsten Woche aus, weil sie Mutter wird. Auch im Förderverein ist die Sorge groß, dass diese Phase den Befürwortern der Schließung als willkommene Gelegenheit dienen könnte, ihr Vorhaben umzusetzen. Von Seiten der Verwaltungsspitze, so hieß es am Rande der Veranstaltung, gebe es jedenfalls trotz der bevorstehenden Notlage der Galerie bislang keine durchgreifenden Lösungsvorschläge. Eine weitere Zeitstelle zur Überbrückung sei im Rathaus bereits abgelehnt worden.

In der Versammlung machten neben dem Vereinsvorsitzenden Dr. Harald Daute auch Sparkassendirektor Udo Lütteken und der Unternehmer Willi Denecke deutlich, warum die Galerie aus ihrer Sicht mehr denn je gebraucht wird. Sie soll mit einer Ausstellung das Herzstück des 2012 geplanten Großprojekts „Familie heute“ sein, in das Denecke die ganze Stadt einbeziehen will. Die Sparkasse erklärte sich bereit, dafür als Hauptsponsor zu fungieren.

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