Kunst der Städtischen Galerie meist unverkäuflich

Als Schenkungen oder durch Fördergelder vor einem Verkauf geschützt sind viele Kunstwerke der Städtischen Galerie.

LÜDENSCHEID - Die Städtische Galerie zu schließen und dann ihre Kunstwerke zu verkaufen, ist nahezu unmöglich. Das besagt zusammengefasst ein Bericht von Kulturamtsleiter Stefan Frenz für den Kulturausschuss am 24. Februar. Die Frage der Schließung zur Entlastung des Stadtsäckels war im September aufgeworfen worden.

653 000 Euro wird die Stadt 2011 voraussichtlich für den Galerie-Betrieb bezahlen. Größte Posten sind die Miete (252 000 Euro), Personalkosten in Höhe von rund 200 000 Euro, Sach- und Dienstleistungen für 112 000 Euro und 61 000 Euro an Verwaltungskosten für andere Ämter. Die Einnahmen der Galerie liegen nur im unteren vierstelligen Bereich. Ab 2012 muss sie aber ihre Ausstellungen zu 70 Prozent von Dritten fördern oder sponsern lassen (Bericht dazu auf der 1. Kulturseite).

Die im September gestellte Frage, was ein Verkauf der Kunstgegenstände erbringen würde, lässt sich laut Frenz heute nicht beantworten. Es sei fraglich, ob es dafür überhaupt einen Markt gibt, aktuelle Werte gebe es nicht, und Schätzungen durch auswärtigen Experten würden teuer.

Zudem zitiert Frenz den „Icon Code of Ethics“ als international anerkannte Grundlage für Museumsarbeit. Demnach haben Museen ihre Sammlungen treuhänderisch zu verwalten und nicht als Aktivvermögen zu behandeln. Verkaufserlöse seien nur wieder „zum Nutzen der Sammlung zu verwenden“.

Vielfach wären Verkäufe gar nicht zulässig: Das Land als Zuschussgeber, aber auch Privatleute mit Schenkungen stellten meist Bedingungen, die Verkäufe verbieten. So heißt es im Vertrag zur Wieghardt-Schenkung klar, dass „eine Veräußerung an Dritte ausgeschlossen“ ist. Und das Land wolle sein Geld zurück, falls die Stadt bezuschusste Kunstwerke verkauft.

Nach Restaurierungen, die vom Land gefördert wurden, gibt es zwar keine Bindungsfrist beim Verkauf. Allerdings habe die Bezirksregierung auf die Anfrage aus Lüdenscheid erstaunt reagiert: So einen Fall habe es dort noch nie gegeben. Frenz: „Das zeigt, wie unüblich und einzigartig ein solches Vorgehen wäre.“

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