Gitarrist wird "Kapitalistenschwein" des Jahres

„Kunst gegen Bares“-Erfinder Buurmann beim Best of in Lüdenscheid

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Gerd Buurmann (4. von rechts), Erfinder des europaweit erfolgreichen Konzeptes „Kunst gegen Bares“ , fühlte sich im Kreis der Akteure, die beim Best of in der Phänomenta antraten, sichtlich wohl.

Lüdenscheid – Auf sechs erfolgreiche Veranstaltungen „Kunst gegen Bares“ in Lüdenscheid blicken die Veranstalter Nando Andreas und Melina Fuhrmann bereits zurück. Grund genug für die beiden Musiker, ein „Best of“ mit allen Gewinnern der bisherigen Shows auf die Beine zu stellen. Dass das Konzept beim Publikum ankommt, bewiesen die weit mehr als 100 Besucher, die am Samstag in die Phänomenta gekommen waren.

Zum Best of war sogar der Erfinder des europaweit erfolgreichen Veranstaltungskonzeptes, Gerd Buurmann, nach Lüdenscheid gekommen und zeigte nicht nur sein Talent als Moderator, sondern auch als Comedian und Entertainer. Egal, ob die Interpretation eines Gedichtes von Goethe, begleitet von Daniel Scholl, oder eine schwungvolle Comedy-Einlage – Buurmann sorgte zwischen den Darbietungen der Teilnehmer für gute Laune.

Dass am Ende der virtuose Gitarrist Daniel Scholl aus der Bergstadt den ersten Platz belegte und sich damit „Kapitalistenschwein des Jahres“ nennen darf, musste für die anderen auftretenden Künstler kein Grund zur Enttäuschung sein, denn bei 903,10 Euro Gesamtspenden ging keiner von ihnen unter einem Honorar von 100 Euro nach Hause.

Musik stand insgesamt im Mittelpunkt des rund vierstündigen Abends – nicht nur mit Blick auf den Gewinner Daniel Scholl, der sich als versierter und kreativer Musiker an der Akustik-Gitarre, aber auch als Virtuose an der Loop-Station erwies, mit der er live auf der Bühne berauschende Klangwelten und einen überaus stimmigen Sound erzeugte. Den US-amerikanischen Singer-Songwritern erwies Max Scheer seine Referenz. Nicht nur, was seine kraftvollen Songs wie „Starlight“ oder das leise „Growing Up“ angeht, das er seinem Kind gewidmet hat, sondern auch rein äußerlich hatte man das Gefühl, dass der Mann nicht aus Bonn, sondern direkt aus Austin, Texas in die Bergstadt gekommen sein könnte.

Singer-Songwriterin Siiri Schlichting aus Werdohl ist nicht nur durch ihren Sieg im November 2018 bei „Kunst gegen Bares“ bekannt, sondern auch durch ihre Auftritte beim Kult-Park-Festival. Ihre sympathische Art und ihre kraftvolle Stimme, die ein wenig an Alanis Morissette erinnert, wussten ebenso wie die engagierten Texte ihrer Songs zu überzeugen.

Magier Marco Weissenberg punktete schon durch den Umstand, dass er Spielkarten, Seile und Schere in der Tasche lies und sich stattdessen auf originelle Zaubereien mit Rubiks Zauberwürfel oder einer wirklich magischen Polaroid-Kamera beschränkte. Er verblüffte wirklich mit seinen Tricks, bei denen er auch zwei Zuschauerinnen mit einbezog.

Mit „Poesie-Pop“ am Keyboard und mit dem Drumstick (tatsächlich ein Zauberstab von der Phänomenta-Verkaufstheke), überzeugte Fabian Haupt, der mit dem drittvollsten Schwein nach Hause ging. Er animierte das Publikum ein ums andere Mal zum mitsingen. Was zu lachen gab es schließlich bei Simon Slomma aus Remagen, der mit seiner ganz speziellen Mischung aus Humor und Musik zu überzeugen wusste. Er freute sich an diesem Abend über das zweitvollste Schwein.

Das Konzept

Bei „Kunst gegen Bares“ wird für jeden Teilnehmer ein Sparschwein aufgestellt. Das Publikum entscheidet mit seinen Geldspenden in eines oder mehrere Sparschweine, welche Künstler die Höhepunkte des Abends waren. Je mehr Geld sich im Sparschwein befindet, desto besser hat der Beitrag gefallen.

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