„blaukunst“und Tanzimprovisationen

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Schön, spannend und manchmal ergreifend: „blaukunst“ im Zirkuszelt.

Lüdenscheid - Einmal richtig reich und wieder zurück und noch einmal in ein anderes Glück – so las sich die Fahrkarte ins pralle Leben, die die Akteure des „blaukunst“-Ensembles gelöst hatten.

Gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Walter Koch hatten Beschäftigte der Märkischen Werkstätten eine Woche lang Masken gebaut und gemeinsam eine passende Geschichte für die Zeltbühne auf dem Gelände des Johannes-Busch-Hauses entwickelt.

Parallel dazu probte die Tanzpädagogin Anke Böttcher mit einer Gruppe Tanz- und Bewegungsimprovisationen ein. Beide Elemente fanden zu einer beeindruckenden Aufführung im Zirkuszelt auf dem Gelände des Johannes-Busch-Wohnverbundes zusammen.

Im Hauptberuf ist Kerstin Flaschensammlerin. Schon am frühen Morgen ist sie unterwegs, weil die erste Million bekanntlich immer die schwerste ist. Und sie findet – dank der Einführung des Zwangspfandes auf Einwegflaschen. Gemeinsam mit ihrem Freund, einem Veganer, verfolgt sie die Ziehung der Lottozahlen, und es geschieht das Ungeheuerliche: ein richtiges Kreuzchen, zwei, drei, vier, fünf, sechs. „Wo ist die Bank, die Millionen ausschüttet?“, fragte Walter Koch, der die Texte zum Auftritt der Maskenfiguren aus dem Off sprach. Die (vorläufige) Antwort erntete Lacher und Zwischenapplaus: „In Griechenland“. Doch natürlich gab es ein Büro für solche Angelegenheiten, einen Geldkoffer und das große Staunen über den vielen Zaster. „Was tun wir, wenn wir plötzlich solche Möglichkeiten haben?“

Die erste Idee war nicht übel: Feiern mit allen – „auch mit jenen, die wir noch nicht kennen“. Und so kamen neue Masken ins Grand Hotel, bunte, schrille und gierige. Aus den Lautsprechern tauchte Stargast Helene Fischer auf – „atemlos“ und frisch wie ein Schlagerstar. Das brachte nicht nur die feiernden Maskenträger, sondern auch das Publikum in Bombenstimmung. Die kalte Dusche für die beiden Multimillionäre ließ nicht lange auf sich warten. Ihre Gier brachte sie zur Strecke, der Wunsch, die vielen Millionen zu verdoppeln.

Spannend war die Szene mit der großen ausgebufften Zockerin, die den Koffer mitnahm und die Beiden in der gewohnten Armut zurückließ. Doch es gibt ein Glück jenseits des großen Geldes, und das machten die beiden Hauptfiguren am Ende deutlich: Ganz ruhig saßen sie beieinander und zeigten: Was brauchen wir das große Geld, solange wir uns haben? Ein Schutzengel - oder war es gar eine Fee? - kam vorbei, beruhigte und tröstete. Denn es gibt doch noch Wunder. - thk

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