Erhitzte Gemüter beim Workshoptag zur Neugestaltung des Kulturparks

Kulturhauspark: Pumptrack wird zum Streitpunkt

Im großen Zirkuszelt des CVJM wurde das Gesamtkonzept präsentiert. Dabei stießen verschiedene Ansichten aufeinander.
+
Im großen Zirkuszelt des CVJM wurde das Gesamtkonzept präsentiert.

Unter dem Motto „Ein Garten für alle“ soll der Kulturhauspark neugestaltet werden. Doch beim Workshoptag prallten die unterschiedlichen Interessen hart aufeinander. 

Lüdenscheid - Streitpunkt Pumptrack: Am geplanten und gesetzten Pumptrack-Parcours, für den bereits Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ zur Verfügung stehen, erhitzten sich am Samstag beim Workshoptag zur Neugestaltung des Kulturhausparks unter dem Motto „Ein Garten für alle“ die Gemüter.

Heftigen Gegenwind erhielten Matthias Reuver (Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport) und Marcus Müller vom Fachdienst Umweltschutz und Freiraum, die die Pläne für den Kulturhausgarten vorstellten, zuvorderst von den Kunstfreunden Lüdenscheid und Anwohnern. Die Kunstfreunde seien am Prozess nicht beteiligt worden und vor vollendete Tatsachen gestellt worden, erboste sich Stadtdirektor a. D. Klaus Crummenerl, der sich als Kunstsammler und Kunstkenner einen Namen gemacht hat.

„Urbanität heißt nicht nur Rambazamba, Urbanität verlangt auch Ruhezonen“

„Urbanität heißt nicht nur Rambazamba, Urbanität verlangt auch Ruhezonen“, schimpfte er. Es könne nicht nur um isolierte Interessen gehen. „Das Areal ist nicht gepflegt worden in den letzten Jahren.“ Der größte Fehler sei die Schließung des Kulturhaus-Restaurants gewesen. Andere teilten seine Bedenken hinsichtlich der geplanten Pumptrack-Anlage, die den Park vor allem für Kinder und Jugendliche attraktiver machen soll.

Schärfe nahm am Ende die Überlegung, die geplante Bewegungsfläche für Mountainbikes und andere Rollsportgeräte von der vorgesehenen Fläche direkt hinter dem Kulturhaus in Richtung der vorhandenen Kleinsportanlage zu verschieben, aus der emotional und kontrovers geführten Diskussion, in der unterschiedliche Interessen hart aufeinanderprallten. Auf diese Weise bliebe die Sichtachse für die Kunst erhalten. Zudem würden Aktivzonen und Ruhezonen voneinander getrennt. Warum es so wichtig ist, gerade in der Coronazeit etwas für Kinder und Jugendliche zu tun, legte Matthias Reuver dar. „Kinder haben Zeiten verloren, die sie nicht mehr nachholen können“, mahnte er.

Kleinspielfeld, Pumptrack-Anlage und Schnullerbaum

„Kinder und Jugendliche brauchen ein deutliches Signal in der Stadt.“ An exponierter Stelle und dies möglichst schnell. In drei Zelten konnten sich die Besucher anhand großformatiger Visualisierungen ein Bild vom Gesamtkonzept, den Plänen für das Kleinspielfeld, das im Zuge der Umgestaltung des Kulturhausparks aufgewertet werden soll, und der Pumptrack-Anlage machen.

Das Gesamtkonzept, das im Zusammenhang mit der Vision „Lüdenscheid 2020“ entwickelt wurde, sieht neben den Aktiv- und Spaßbereichen auch Raum für die Kultur, mehr Licht und eine Urban Gardening-Fläche für alle vor. Die Urban Gardening-Fläche möchte die EhrenamtBörse mit einem Schnullerbaum aufwerten, der bei der Entwöhnung von Kleinkindern vom Schnuller helfen soll, um Zahnverformungen und Kieferfehlstellungen zu vermeiden. Zu ihrem 20-Jährigen im kommenden Jahr möchten die Ehrenamtlichen den Baum kaufen, pflanzen und pflegen.

Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten

Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten
Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten
Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten
Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten
Workshop-Tag zur Ideen-Findung für den Kulturhausgarten

Auf positive Resonanz stießen die Pläne bei den Baskets Lüdenscheid. „Die Baskets begrüßen das total“, meinte Michael Tschöke, Geschäftsführer des Vereins, der mit einigen Spielern vor Ort war. Zur Umgestaltung des Kleinspielfelds in einen Multifunktionsplatz, wie ihn Dierk Gelhausen vorstellte, steuerten die Jugendlichen Ideen bei. Viele Sorgen hinsichtlich der Pumptrack-Anlage konnte zudem Pumptrack-Experte Martin Herberg entkräften. „Lauter als die Straße wird’s nicht“, versicherte er.

„Der Fahrbetrieb macht keine Geräusche.“ Das Konzept komme aus dem Radsport und sei für die Bewegung im öffentlichen Raum gedacht. „In Bernstein haben wir sogar einen Rollator-Parcours gebaut.“ Gefahren für Vandalismus und Beschädigung durch Starkregen sah der Experte nicht.

„Ziel ist es, im nächsten Jahr etwas zu haben“

Die Sportanlage werde Leute anziehen, die Sport machen möchten – und keine Drogensüchtigen. Interessiert lauschten junge Mountainbiker seinen Ausführungen. „Ziel ist es, im nächsten Jahr etwas zu haben“, meinte Matthias Reuver abschließend. „Zumindest das Kleinsportfeld.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare