Rebecca Egeling stellt neuen Spielplan vor

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Die "Glasmenagerie" wird am 6. März gegeben. Der Kulturausschuss sprach sich für den neuen Spielplan aus.

Lüdenscheid - Die „Glasmenagerie“ des US-amerikanischen Schriftstellers Tennessee Williams gehört am 6. März zu den letzten großen Inszenierungen, die noch auf das Konto des ehemaligen Kulturhausleiters Stefan Weippert gehen. Am Donnerstagabend stellte Kulturhausleiterin Rebecca Egeling den von ihr zusammengestellten Spielplan für die Spielzeit 2018/2019 vor.

Sinkende Abonnentenzahlen, ein dringend zu überarbeitender Internetauftritt des Kulturhauses, eine immer wieder geschlossene Theaterkasse, ein unbefriedigendes Ticketingsystem und generell eine schlechte Erreichbarkeit der Kulturhausleitung – aus den Reihen der christdemokratischen Kulturpolitiker prasselten nach der Vorstellung der neuen Spielzeit Fragen auf Rebecca Egeling ein.

Ihrer Powerpoint-Präsentation vorangestellt hatte sie zum wiederholten Mal den hohen Krankenstand ihres Personals, der eine kontinuierliche Öffnung der Theaterkasse unmöglich gemacht hätte. Und was den Internetauftritt und ein neues Ticketingsystem angeht: „Sobald die Person, die hier neu eingestellt wird, eingearbeitet ist, gehen wir das an. Das Geld dafür darf noch nicht ausgegeben werden. Und Vergleiche mit verschiedenen Ticketingsystem anzustellen, erfordert viel Zeit. Das ist bei der angespannten Personallage nicht möglich.

Für Björn Weiß (CDU) eine unbefriedigende Antwort: „Dann muss man die wichtigen Aufgaben nach vorn stellen. Man kann nicht immer nach Personal schreien. Das ist Ihre Aufgabe!“ Sabine Rigas-Gülde (CDU) legte schließlich nach: „Dass man die Kulturhausleitung nicht erreichen kann, ist in keiner Weise service-orientiert. Die Erreichbarkeit muss gewährleistet sein.“

Rückendeckung gab's augenblicklich für Rebecca Egeling aus den Reihen der SPD. Sebastian Wagemeyer: „Eine Homepage kostet Geld und Personal. Die allererste Führungsaufgabe ist es, das Haus zu leiten.“ Und schließlich Verena Kasperek (SPD): „Wir möchten die Diskussion um die Erreichbarkeit von Frau Egeling in den nicht-öffentlichen Teil verschieben.“ Unverständnis bei der CDU: „Und wieso? Das ist doch gerade was, das die Öffentlichkeit interessiert.“ Rolf Breucker (SPD): „Weil wir darum bitten!“

Positiv aufgenommen wurde die Spielplanvorstellung, die Egeling mit einer kurzen Bilanz eröffnete: 140 000 Euro habe sie an Förder- und Sponsorengeldern herbei geschafft. Die Abonnentenzahlen seien im Sinkflug. Reihe B habe sich in den letzten zehn Jahre nahezu halbiert, in Reihe C sehe es noch düsterer aus. Aber eine sorgfältige Analyse, woran die sinkenden Abonnentenzahlen liegen, erfordere sehr viel Zeit und sei für 2018 geplant.

So wolle sie in den neuen Spielplan kleine Veränderungen und Experimente einbauen. Dazu gehört, die theatralische Lücke der Kinder zwischen zehn (zu alt für die Kinder-Abo-Reihen) und 15 (noch zu jung fürs Jugendtheater) mit einer neuen Reihe namens „Die Halbstarken“ zu schließen. In den traditionellen Reihen sind mit Inszenierungen von Landgraf, den Hamburger Kammerspielen und der Komödie am Kurfürstendamm alte Bekannte, aber mit Billinger und Schulz oder der Burghofbühne Wiesbaden auch neue Ensemble im Programm.

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