Massive Verärgerung wegen Meinungsänderung der Union

Vorstand von Willi & Söhne „stinksauer“ auf die CDU

Kulturhausgarten
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Die CDU will keinen Pumptrack im Kulturhausgarten - nachdem sie bereits zugestimmt hatte.

„Wir sind politisch neutral und keiner Partei zugehörig. Aber, liebe CDU, wir sind stinksauer. So geht man mit bürgerschaftlichem Engagement nicht um.“ So beginnt eine geharnischte Stellungnahme des Vereins Willi & Söhne zu einer Kehrtwende der CDU in Sachen Neugestaltung des Kulturhausgartens. 

Lüdenscheid - Die CDU-Fraktion hatte am Montagabend in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgeschlagen, statt des Kulturhausgartens den Brighousepark zum Standort einer Pumptrack-Anlage zu machen.

Im vergangenen Dezember hatte sich die CDU noch gemeinsam mit allen anderen Parteien für den Kulturhausgarten ausgesprochen. Vor gut einer Woche gab es allerdings bei einer städtischen Informationsveranstaltung vor Ort massive Proteste der Kunstfreunde Lüdenscheid und des Geschichts- und Heimatvereins gegen diesen Standort. Deren Protagonisten stellten sich – teils sehr lautstark – auf den Standpunkt, Kultur brauche Ruhe. Im Kulturhauspark haben die sogenannten „Blechbüchsen“ des Künstlers Ansgar Nierhoff ihren Platz gefunden, nachdem sie zuvor auf dem Rathausplatz platziert und dann jahrelang beim STL zwischengelagert waren.

Für den Verein Willi & Söhne schreiben Matthias Czech und Linus Wortmann: „Weil sich der zusehends massiven Verschlechterung des Stadtgartens nie einer angenommen hat, engagieren wir uns seit mehr als vier Jahren für eine nachhaltige Aufwertung des ‘Stadtgartens für alle Generationen’ und haben bis heute viel Arbeit investiert – unentgeltlich, gegen einige Windmühlen, alles für eine lebenswerte Stadt. Und wir bekommen viel Zuspruch aus der Bürgerschaft. Wir sind mit dem Konzept auf dem richtigen Kurs.“

Es sei dann auch „ein gutes Gefühl“ gewesen, als sich alle Fraktionen Ende 2020 zu einer Veränderung des Stadtgartens bekannt hatten –auch die CDU: „Die Grundlage war und ist ein richtungsweisendes Konzept mit zahlreichen Ideen, deren Folge ein belebter Park für alle Generationen sein soll. In Kürze: Ein Park mit hoher Aufenthaltsqualität, mit belebten Sportanlagen, einem Lichtkonzept, einem Skulpturen-Garten, einer Kleinkunstbühne, einer funktionierenden Gastronomie und vielem mehr. Alles in der Achse zwischen den Museen und dem Kulturhaus, um unter anderem auch den Zugang des Nachwuchses für diese Häuser in Zukunft zu gewährleisten.“

Das niederschwellige Konzept, so schreiben Wortmann und Czech, habe schließlich auch den Fördermittelgeber überzeugt. Die ersten beiden Maßnahmen, eine Erneuerung des Asche-Sportplatzes zu einem zeitgemäßen Streetballplatz und ein Pumptrack, welcher sogar mit Rollatoren befahren werden kann, könnten nun endlich in Angriff genommen werden. Die Verortung sei allen seit 2017 bekannt, auch der CDU.

Die Willi-Vorständler schreiben weiter: „Nachdem eine kleine Gruppe der Kunst-Elitären sich nun gegen eine ‘Unterwanderung von Jugendlichen’ in der Nähe ‘ihrer’ Kunst ausgesprochen hat, stellt ihr Eure, liebe CDU, vor wenigen Monaten getroffene Rats-Entscheidung selbst in Frage?“

Es sei eindeutig, wie die CDU „von einer Riege instrumentalisiert“ werde, die mit ihrer Arbeit nur einen Bruchteil der Menschen erreiche, die das Konzept „Ein Garten für alle“ erreichen werde. Ein so abrupter Sinneswandel der CDU-Fraktion allerdings könne keine anderen Ursachen haben als die Einflussnahme der Kunstfreunde und des Geschichts- und Heimatvereins.

Im Stadtgarten, so heißt es weiter, seien viele Jahre des Nichtstuns vergangen. Es sei ausreichend Zeit für alle Beteiligten gewesen, sich einzubringen. Czech und Wortmann: „Diesen Prozess nun aufzuhalten nennt man: Verhinderungspolitik. Und die Leidtragenden sind nicht nur die Kinder und Jugendlichen. Wir finden es beschämend, sich nicht an eigens getroffene Entscheidungen zu halten. Das, liebe CDU, ist der Grund, warum so viele das Vertrauen in die Politik verlieren.“

Czech und Wortmann schließen: „Konrad Adenauer hat einst gesagt: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Unsere Antwort an Euch: Uns. Wir vergessen nicht und wir werden nicht aufgeben. Wir sehen nicht weiter zu, wie der Stadtgarten verwahrlost und werden für ein Gesamtkonzept kämpfen, dessen elementarer Teil auch ein Pumptrack ist, liebe CDU.“

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