Prüfung der „Alten Post“

Entscheidung über Kulturhaus-Nutzung vertagt

[Update 20.45 Uhr] Lüdenscheid - Die Entscheidung über eine Nutzung von Kulturhausflächen durch die VHS wurde bis auf Weiteres vertagt. Stattdessen wurde die Verwaltung auf Antrag der CDU damit beauftragt zu prüfen, ob die derzeit an der Knapper Straße beheimateten VHS-Kurse in die „Alte Post“ umziehen könnten.

Dafür sprachen sich am Dienstag einstimmig die Mitglieder des Kultur- sowie des Schul- und Sportausschusses aus. Während dem Gremium eigentlich Teile des IHKs vorlagen, die für die Bereiche Umbau des Kulturhauses, Neubau der Musikschule sowie Modernisierung der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums modifiziert worden waren (wir berichteten), hatte die CDU-Fraktion die Rückstellung der Entscheidung beantragt und drei weitere Anträge vorgelegt – darunter die Bitte zu prüfen, ob die „Alte Post“ für eine VHS-Kurs-Nutzung in Frage kommt. Gleichzeitig wollten die Christdemokraten wissen, ob das Fördergebiet dann von Seiten des Fördermittelgebers um den Bereich der jetzigen Musikschule erweitert würde. 

Hintergrund, so machte Ratsherr Björn Weiß deutlich, waren die neuen Erkenntnisse zur steuerlichen Auswirkung einer Kulturhaus-Nutzung durch die VHS. Denn: Nach Auskunft der Kämmerei würde dann der Abzug von Vorsteuern in Höhe von 4000 bis 7500 Euro pro Jahr entfallen. Zudem lägen die Rückzahlungen aus den Vorjahren je nach „Lösung“ zwischen 70 000 und 20 000 Euro. „Hier geht es uns tatsächlich um den finanziellen Aspekt, über den wir vor dem Hintergrund anderer Kürzungen und Einsparungen nicht hinweggehen können.“ 

Und der Vorschlag stieß auf eine breite Mehrheit. Zwar kamen Stichworte wie Kostenrahmen, Denkmalschutz und Barrierefreiheit zur Sprache – doch diese Aspekte würden auch bei einer anderen Nutzung des Gebäudes auf den Tisch kommen, hieß es nicht zuletzt von der Verwaltung. Dessen Vertreter räumten dem Vorschlag sowohl im Hinblick auf die baulichen Veränderungen unter Denkmalschutz-Auflagen als auch im Hinblick auf Fördermittel realistische Chancen ein. „Die ,Alte Post’ ist bereits Bestandteil des Fördergebietes, weil sie schon auf dem Gebiet der Denkfabrik lag“, erläuterte Lothar Matzner den Politikern. Und so fiel das Votum am Ende einstimmig aus. „Ich halte das für eine durchaus interessante Variante“, erklärte auch Bürgermeister Dieter Dzewas. 

Während daraufhin der Antrag der CDU zur Prüfung einer Kooperation mit Sportvereinen zurückgezogen wurde, gab es hinsichtlich eines vierten Antrags Gesprächsbedarf: So sollte die Verwaltung beauftragt werden, bis zu den Haushaltsplanberatungen einen umfassenden und realistischen Maßnahmenplan zur Belebung des Vermietungsgeschäfts im Kulturhaus vorzulegen. Letztlich sprach sich die Mehrheit dafür aus, auch diese zurückzustellen, bis Ergebnisse zur „Alten Post“ vorlägen. 

Nichtsdestotrotz wurde Kulturhausleiter Stefan Weippert gebeten, sich schon einmal mit einer weitergehenden Vermietung des Kulturhauses zu beschäftigen.

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