Reduzierung der Vermietung

Kulturhaus-Technik geht personell auf dem Zahnfleisch 

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Die Veranstaltung mit der Musikkabarettistin Lucy van Kuhl (Corinna Fuhrmann) war die erste, die aus personellen Gründen vom Bistro K. in den Roten Saal verlegt werden musste.

Lüdenscheid – Das Einleuchten des Saales, das Programmieren der Beleuchtungstechnik, die Steuerung des Lichtpultes, Ton- und Medientechnik – Aufgaben, mit denen sich Veranstaltungstechniker beschäftigen. Eine Menge Arbeit, Dienstpläne, Überstunden, Arbeiten, wenn andere lange schon Feierabend haben. Über die Gründe, warum seit mehr als einem Jahr zwei Technikerstellen für das Kulturhaus ausgeschrieben sind und bislang immer noch unbesetzt sind, kann Kulturhausleiterin Rebecca Egeling nur spekulieren.

Fest steht: Ab sofort können möglicherweise neue Mietanfragen fürs Kulturhaus nicht mehr zugesagt werden. „Das gilt natürlich nicht für das laufende Programm, und unser Ziel ist es nach wie vor, für alle Anfragen eine Lösung zu finden. Aber ab sofort müssen wir hier im Kulturhaus jede einzelne Anfrage genau betrachten und den Aufwand prüfen.“

Das Kulturhaus ist als Veranstaltungsort auch mit Blick auf private Feiern sehr gefragt. Zwei Anfragen pro Tag, schätzt Egeling, sind es, über die es nachzudenken gilt. Aber die derzeitige Personalsituation verlangt eine Reduzierung der Vermietung. Egeling: „Wir müssen damit rechnen, dass nur drei von fünf Technikern zur Verfügung stehen, und wir brauchen bei Veranstaltungen zwei Meister.“

Aktuelles Programm ist nicht betroffen

Betroffen davon sind weder das aktuelle Programm oder auch bereits zugesagte Vermietungen, sondern insbesondere Mietanfragen aus der Region. Lüdenscheid sei kein Einzelfall, heißt es dazu seitens der Stadtverwaltung: „Gerade in mittelgroßen und kleineren Städten haben nicht nur die Kulturbetriebe immer größere Schwierigkeiten, das entsprechende Fachpersonal zu finden.“ Auch aktuell sei die Stelle für einen Veranstaltungstechniker auf der Webseite der Stadt Lüdenscheid wieder ausgeschrieben.

Ein erstes publikumswirksames Verlegen einer Veranstaltung war der Auftritt der Musikkabarettistin Corinna Fuhrmann im Frühling vom Bistro K. in den Roten Saal. Der Aufbau des Bistros steht mit seinen Bistrotischen, Stuhlreihen, der Bühne und gegebenenfalls einem Klavier in keinem Vergleich zu einem bestuhlten Saal. Grundsätzlich absagen will die Kulturhausleiterin nicht, sondern bei jeder Buchungsanfrage erst einmal prüfen, was das für ihr seit Monaten dezimiertes Technikerteam bedeutet. Dazu zählen auch die geplanten Veranstaltungen auf der Waldbühne, die zwar fürs Publikum eine Besonderheit in Sachen Theaterbesuch darstellen, aber für das Technik-Team immer eine ganz besondere Herausforderung sind. Eine Entscheidung darüber, ob und in welchem Maß Kulturhaus-Veranstaltungen in den Stadtpark verlegt werden können, soll noch in dieser Woche fallen.

Stadt selbst möchte Bemühungen verstärken

„Ich glaube, dass das Bewusstsein für den Aufwand, den ein Techniker betreibt, verloren geht, und damit auch der Beruf“, vermutet Rebecca Egeling. Die Stadt selbst möchte ihre Ausbildungsbemühungen im Bereich der Veranstaltungstechnik verstärken, um Stellen wie die seit einem Jahr vakanten demnächst mit eigenen Kräften besetzen zu können.

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