Kulturhaus-Intendantin macht ein Angebot

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Lüdenscheid - Die Auseinandersetzung im Kulturausschuss am Donnerstag war nicht öffentlich, dafür hart und kompromisslos – und am Ende für die Kulturhausleiterin bitter.

Rebecca Egeling wird nach Informationen unserer Redaktion eine halbe Stelle als künstlerische Leiterin des Theaters in Remscheid antreten – und hat angeboten, auch im Kulturhaus tätig zu bleiben, allerdings auch hier nur mit einer halben Stelle und „nur“ als künstlerische Leiterin. 

Die Stadtverwaltung ließ gestern mitteilen, aus den Beratungen hinter verschlossenen Türen keine Informationen preisgeben zu wollen. Übereinstimmend hatten die Fraktionen dem Wunsch Egelings entsprochen, die Personalie unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu erörtern. 

Doch wie zu erfahren war, geriet die Diskussion zu einem Höhepunkt der Angriffe, denen die Kulturhaus-Intendantin seit Monaten ausgesetzt ist. Besonders aus den Reihen der CDU-Fraktion hagelte es demnach Vorwürfe. Dabei seien die Kritikpunkte inhaltlich zwar nicht neu gewesen, aber ungewöhnlich scharf formuliert, heißt es. 

Vorwurf des "Vertrauensbruchs"

So habe sich Rebecca Egeling unter anderem anhören müssen, sie sei „überfordert“ und habe mangels Loyalität „Vertrauensbruch“ gegenüber ihrem Dienstherren begangen. Das bezog sich offenbar auf die Tatsache, dass Egeling sich nach Remscheid „wegbeworben“ hatte. 

Mit Begriffen wie „empörend“ oder „unverschämt“ hätten auch Lautstärke und Emotionen die Auseinandersetzung geprägt, war zu erfahren. Die Noch-Kulturhausleiterin unternahm nach weiteren Angaben in der Sitzung den Versuch, die Vorgänge der zurückliegenden Monate zu analysieren und hatte dazu ein Papier vorbereitet. 

Ein Vertreter der Union habe ihr postwendend vorgeworfen, die Verteilung des Papiers mit den direkten Dienstvorgesetzten nicht abgesprochen zu haben. Zwar räumten Kulturmanager Stefan Frenz und der Beigeordnete Thomas Ruschin auf Intervention Egelings offenbar ein, das Papier im Vorfeld tatsächlich erhalten, sich aber inhaltlich nicht damit befasst zu haben. 

Politik muss über Angebot entscheiden

Letztlich, so ein Beobachter, habe die Intendantin in der Ausschusssitzung „vor der Wucht und Vielzahl der Angriffe kapituliert“, sich zu den negativen gesundheitlichen Folgen für sie geäußert und erklärt, sie werde die Stelle in Remscheid antreten. 

Gleichzeitig habe sie angeboten, dass ihre Intendantenstelle in Kaufmännische Leitung und Künstlerische Leitung aufgesplittet wird und sie als Künstlerische Leiterin hier weiter zur Verfügung steht. Ob die Stadt das Angebot annimmt oder es zu einem endgültigen Bruch mit der Kulturhausleiterin kommt, darüber müssen nun die Fraktionen beraten. 

Einer Internet-Meldung von RP Online zufolge sollte Rebecca Egeling zunächst am Dienstag als künstlerische Leitung offiziell in Remscheid vorgestellt werden. Der Termin fiel aus – fand aber am Freitag statt. Der Vertrag in Remscheid ist unterzeichnet.

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