Kulturhausleiterin wechselt nicht nach Remscheid

Stimmen zur überraschenden Wende im Fall Egeling

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Rebecca Egeling bleibt doch Leiterin des Kulturhauses.

[Update, 17.12 Uhr] Lüdenscheid - Überraschende Wende im Kulturhaus-Streit: Rebecca Egeling bleibt nun doch Leiterin und Intendantin des Kulturhauses und zwar in Vollzeit. Ihre Stelle in Remscheid zum 1. Oktober wird sie nicht antreten. Das vermeldete die Stadt am Donnerstag in einer 14-zeiligen Pressemitteilung.

„Nachdem in den zurückliegenden Wochen verschiedene Konstellationen diskutiert wurden, wie die Stelle der Kulturhausleitung zukünftig ausgefüllt und deren Aufgaben wahrgenommen werden, ist diese Frage nun entschieden“, heißt es in der Mitteilung.

Und weiter: „Die Stadt Lüdenscheid und die Stadt Remscheid sind um einen Ausgleich bemüht, damit keine der beiden Städte für die Spielzeit 2019/20 ohne Programm dasteht. Die Vorsitzenden der Lüdenscheider Ratsfraktionen wurden über diese Entwicklung in Kenntnis gesetzt.“ Eine Begründung für die überraschende Wende gab es nicht. 

Auch nicht von der Kulturhausleiterin selbst. Sie wollte sich am Donnerstag nicht zu der Entwicklung äußern.

„Die Entscheidung kam von Frau Egeling höchstselbst“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Ruschin. „Über Motive will ich mich nicht auslassen.“ Rebecca Egeling habe Vorstellungen darüber, wie sich das Kulturhaus und ihr Arbeitsumfeld verändern sollten. Darüber habe man gesprochen und werde das weiterhin tun. Dazu gehöre die baldige Entlastung durch eine Assistenzstelle. Ansonsten gelte: „Sie hat einen gültigen Arbeitsvertrag, und den erfüllt sie.“

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„Jetzt sind wir da, wo wir vor einem Jahr auch gestanden haben“, sagt Kulturausschuss-Vorsitzender Norbert Adam. Man müsse bei ihrer Entscheidung auch sehen, dass solche Stellen wie die in Lüdenscheid rar und die Bedingungen hier gut seien.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Voß kommentiert die aktuelle Entwicklung zufrieden. „Ich habe immer gesagt, dass Rebecca Egeling mit dem behutsam geänderten Spielzeit-Programm und mit ihren Ideen den richtigen Weg eingeschlagen hat.“ Was den „künstlerischen Teil“ angehe, habe die Lüdenscheiderin „eindeutig Stärken, und das war der Grund dafür, dass wir sie eingestellt haben“. Mit der jetzt ausgeschriebenen Produktionsassistenten-Stelle bekomme sie auch die nötige Hilfestellung im administrativen Bereich, so Voß.

„Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Ich weiß langsam nicht mehr, was ich dazu sagen soll“, kommentiert CDU-Fraktionschef Oliver Fröhling. „Sie hat in Lüdenscheid einen gültigen Arbeitsvertrag, den sie zu erfüllen hat.“ Dann erfahren Stadt und Politik aus den Medien, sie übernehme die künstlerische Leitung des Teo-Otto-Theaters in Remscheid. „Dass man woanders unterschreibt, ist natürlich legitim, dass man den Vorgang aus der Zeitung erfährt, ist nicht akzeptabel“, unterstreicht Fröhling. „Die Politik sollte das gesamte Geschehen mal reflektieren und klären, wie die Zusammenarbeit mit Frau Egeling in Zukunft aussehen kann. Schließlich ist in den vergangenen Monaten viel Vertrauen zerstört worden.“ Nicht vergessen werden dürften die Interessen der Stadt Remscheid. „Ich bin sehr gespannt, wie der angekündigte Ausgleich zwischen Lüdenscheid und Remscheid aussehen wird.“

„Ich interpretiere das so, dass Frau Egeling versucht, den Remscheidern zu helfen, die nächste Spielzeit programmatisch vorzubereiten. Da können sich auch Synergieeffekte ergeben“, sagt FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter. Und: „Ich glaube, dass sie der Zuspruch trägt.“

Noch in der interfraktionelle Runde vor gut einer Woche habe es geheißen, die Causa Egeling gehe in die nächste Runde, ärgert sichAfL-Chef Peter Oettinghaus. „Jetzt bekommen wir nach monatelanger Diskussion so eine lapidare Mitteilung ohne Begründung. Das ist eine Unverschämtheit.“

Lüdenscheids ehemaliger Stadtdirektor Klaus Crummenerl, der sich dem Kulturhaus immer in besonderer Weise verpflichtet gefühlt hat, zeigt sich von der Bleibe-Nachricht nicht überrascht. „Ich habe nie den Eindruck gehabt, dass sie Lüdenscheid verlassen wollte.“ Ihm komme es auf Zukunft des Kulturhauses an. „Das Schlimmste wäre gewesen, wenn sie kurzfristig gekündigt hätte. Und bei der Dauer dieser Entscheidungsprozesse wäre es fürchterlich, wenn eine solche Position ein Jahr unbesetzt bliebe.“

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