Große Herausforderungen

Kulturhaus: Diskussion über Auslastung bleibt

Kulturhaus Lüdenscheid

Lüdenscheid -  Was würde es für das Kulturhaus bedeuten, wenn die VHS-Kurse in der „Alten Post“ stattfinden können? Wie kann die Auslastung der Säle weiter erhöht werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es dann noch für einen Ausbau des Bücherei-Saals? 

In der gemeinsamen Sitzung von Kultur sowie Schul- und Sportausschuss kamen viele Fragen auf den Tisch, nachdem, wie berichtet, der Antrag der CDU bewilligt worden war, die Nutzung der „Alten Post“ durch die VHS zu prüfen. Zwar herrschte im Gremium große Einigkeit, doch warnte beispielsweise SPD-Ratsherr Rolf Breucker vor zu viel Euphorie, denn: „Selbst bei einem positiven Ergebnis stehen wir vor großen Herausforderungen.“

Und auch FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter, der in der Diskussion viele Überraschungen sah , warnte im Gespräch vor möglichen Enttäuschungen: „Denn viele einstige Kritikpunkte werden jetzt positiv gewertet“, zeigte er sich verwundert über die Wendung. „Wir als FDP erwarten jetzt eine vernünftige Kostenkalkulation.“ Parallel zu diesem Beschluss – der nicht zuletzt aufgrund steuerlicher Auswirkungen sowie vor dem Hintergrund baulicher Veränderungen in der „Alten Post“ zustande gekommen war, lag noch ein weiterer Antrag der CDU-Fraktion auf dem Tisch, der jedoch vertagt wurde: Darin sollte die Verwaltung damit beauftragt werden, einen realistischen Maßnahmenplan zur Belebung des Vermietungsgeschäftes im Kulturhaus vorzulegen. Denn laut CDU gebe es durchaus Potenziale zur Vermietung. Der Bereich des ehemaligen Restaurants könnte für diverse Veranstaltungen ebenfalls in ein Vermietungskonzept eingebunden werden, da die Ausstattung inklusive einer kleinen Bühne vorhanden sei.

Doch während die einen die Auslastung der Säle als „stark frequentiert“ bezeichneten und keinerlei Zweifel daran hegten, dass dies auch in Zukunft so sein würde, war sich FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Holzrichter sicher, dass es ohne Veränderungen in Zukunft nicht gehen werde. So kritisierte er unter anderem die Haltung einiger (ehemaliger) Politiker: „Wenn wir die kulturellen Einrichtungen auf Dauer erhalten wollen, dann müssen wir irgendwann auch Kompromisse machen“, betonte er. „Und dann möchte ich lieber an den Äußerlichkeiten einer Kultureinrichtung sparen als an ihrem Programm.“

Kulturhausleiter Stefan Weippert erklärte, dass die Säle, vor allem der „Rote“, gut ausgelastet seien, sogar besser als im Vorjahr. Es hätten allerdings tatsächlich Veranstaltungen abgelehnt werden müssen – zum einen weil die Räume schon belegt waren, zum anderen aber vor allem aufgrund des mangelnden Personals. „Wir konnten die Säle zum Teil nach einer Abendveranstaltung nicht umbauen, weil wir das Personal nicht hatten“, verwies er auf die Streichung einer Hausmeisterstelle. „Die Kollegen leisten schon jetzt Überstunden, mehr geht nicht.“ Während er die Vermietung des „Blauen“ und „Violetten Saals“ aufgrund ihrer Größe als problematisch bezeichnete, räumte er der ehemaligen Gastronomie als zweitem Veranstaltungssaal durchaus Chancen ein.

Im Hinblick auf einen gewünschten Ausbau des Saals in der Stadtbücherei – derzeit ist dieser aufgrund der Brandschutzbestimmungen nur eingeschränkt nutzbar – erklärte Lothar Matzner (Servicestelle Finanz-, Förder- und Vergabemanagement), dass dafür mindestens eine 50-prozentige Auslastung der Kulturhaussäle nachgewiesen werden müsste. „Denn derzeit ist die Auslastung der Räume aus Sicht des Fördermittelgebers sicherlich nicht ausreichend, um einen weiteren Veranstaltungsraum einfordern zu können.“

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier:

Entscheidung über Kulturhaus_Nutzung vertagt

Klaus Crummenerl hat "ernste Sorge" um Stadtentwicklung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare