Kulturhaus bekommt frische Farbe zum Geburtstag

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Luigi Versino von der Iserlohner Firma Albuschkat ist der Experte für den Strukturputz. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Vor 30 Jahren sorgte das Blau der Kulturhausfassade für manche Diskussion, wie ein Blick in die Berichte während der Bauphase zeigt. Heute steht es außer Frage, dass das Lüdenscheider Kulturhaus unter seinem Kupferdach weithin blau leuchtet. Rechtzeitig zum 30. Geburtstag wird der Anstrich erneuert.

Wem das „neue“ Blau kräftig erscheint, dem sei gesagt, dass es sich ziemlich genau um den Blauton handelt, den Architekt Prof. Nikolaus Ruff einst ausgesucht und in der Arbeitsgruppe Kulturhaus durchgesetzt hatte. Um den Farbton zu treffen, berichtet Kulturhausleiter Stefan Weippert, „haben wir uns im Goetheanum informiert.“ Die Farbgebung beruhe auf anthroposophischen Ansätzen. Das Blau soll demnach das Haus vor negativen Einflüssen abschirmen und einen Hort der Kultur schaffen.

Dennoch haben die Witterungseinflüsse von 30 Jahren der Fassade zugesetzt. Die Farbe ist verblichen, der Putz musste an einigen Stellen erneuert werden und die Holzfenster werden gestrichen. Erstmals seit dem Bau, so erklärte Peter Welter von der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW), seien diese Arbeiten nötig. Rund 60 000 Euro investiert die Stadt in dieses Geburtstagsgeschenk.

An den Stellen, wo der Strukturputz erneuert wurde, konnte noch nicht gestrichen werden – der Putz muss sechs Wochen trocknen. Deshalb wird es sich nicht vermeiden lassen, dass zu Spielzeitbeginn im September noch Gerüste am Gebäude stehen werden. Der „wunderschöne Sommer“, so Welter ironisch, habe die Renovierungsarbeiten verzögert. Thomas Biedebach, Technischer Leiter des Kulturhauses, betonte, dass es für die Besucher keine Hindernisse geben werde. „Es sieht nur nicht gut aus.“

Während draußen die Handwerker das Ruder übernommen haben, nutzt er mit seinem Team die Sommerpause für Wartungs- und Erneuerungsarbeiten im Kulturhaus. Unter anderem werden Kabel für ein neues Lautsprechersystem verlegt. Dabei werden auch noch einige Leitungen, beispielsweise für zusätzliche Steckdosen für Beamer, gezogen. Die neuen Lautsprecher in Foyer und den kleinen Sälen, deutlich weniger als bisher, sollen für einen besseren Klang sorgen – die alte Anlage ist eben auch 30 Jahre alt. „Für Sprache geht das noch, aber kaum für Musik“, meint Biedebach. Die alten, in die Decke eingelassenen Lautsprecher werden aber bleiben. Sie dienen, wie auch schon bisher, für Durchsagen in Notfällen.

Darüber hinaus gibt es reichlich elektrische Geräte zu überprüfen. Diese regelmäßigen Tests sind in jeder Firma vorgeschrieben, erklärt Biedebach. Und im Kulturhaus kommt da eine stattliche vierstellige Anzahl von Geräten zusammen – vom „Lautsprecher bis zur Stichsäge“. Der Bühnenboden muss auch abgeschliffen und gestrichen werden – das muss aber wohl auf spielfreie Tage während der Saison gelegt werden. Dann sollen auch einige neuen Platten eingebracht werden, die geöffnet werden können, um bei der Verlegung von Kabeln Stolperfallen zu minimieren. ▪ gör

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