Kulturelles Angebot ist vielfältig

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Wer braucht schon künstlichen Schnee, wenn es draußen reichlich echten Schnee gibt? Diese Geschenkidee der Phänomenta, hier gezeigt von Stefan Schreiber, hat sich als Flop erwiesen, meint Phänomenta-Leiterin Gabriele Ansorge. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Zwischen Lichtrouten und Haribo, hochkarätigen Lesungen und Theaterinszenierungen, zwischen Chorkonzerten und Kinderfesten, Exkursionen, Vorträgen oder Workshops: Das kulturelle Leben in Lüdenscheid ist trotz knapper Kassen vielfältig und hatte gerade im zu Ende gehenden Jahr 2010 so manchen Höhepunkt zu bieten. Wir haben einige derjenigen, die sich selbst im kulturellen Bereich der Stadt engagieren, nach ihren persönlichen Tops oder Flops gefragt.

Die Frage nach den Höhepunkten konnten die meisten sehr spontan beantworten – bei den Flops sah es da schon anders aus.

Phänomenta-Leiterin Gabriele Ansorge fiel dazu ein Schnee-Problem ein: Das Team dachte, im Souvenirshop mit künstlichem Schnee einen richtigen Knüller zur Weihnachtszeit anbieten zu können. Mit der Konkurrenz der „weißen Pracht“ vor der Tür konnte das Reagenzglas voll mit künstlichem Schnee nicht mithalten und wurde zum Ladenhüter.

Auch für Franziska Altenpohl, Leiterin der Stadtbücherei, gehörten die Folgen der Wetterkapriolen zu den Flops in diesem Jahr. Zuerst „unglaubliche Schneemassen“, dann „diese grauenhafte Hitze“ und schließlich wieder Schnee: Immer wieder gab es gute Gründe, warum Menschen lieber zuhause blieben, als die Stadtbücherei oder andere kulturelle Einrichtungen zu besuchen. Besonders bedauerte Franziska Altenpohl aber, dass es 2010 aus personellen Gründen nicht möglich war, Ferienveranstaltungen wie den „booklub“ laufen zu lassen. Auch die kaum nutzbare Parkpalette an der Corneliusstraße sei für die Bücherei ein Flop. Um so mehr freut sich die Leiterin, dass der Neubau zum Jahresende in greifbare Nähe gerückt ist.

Weniger konkrete Ereignisse als vielmehr die schwierige finanzielle Lage im Allgemeinen, nannten der Kulturausschussvorsitzende Norbert Adam und Dr. Dietmar Simon, stellvertretender Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, zwar nicht als „Flop“, aber als negative Einflüsse auf das kulturelle Leben. Aber beide sind der Ansicht, dass Lüdenscheid noch einigermaßen gut da stehe. Auch wenn „einiges nicht so ist, wie man es sich wünschen würde“, sagte Simon. Adam wertete als positiv, „dass wir in der Lage waren, die Kultureinrichtungen aufrechtzuerhalten.“

Höhepunkte sind ganz schnell gefunden

Bei den „Tops“ waren die Nennungen bei allen Befragten sehr konkret. Thorsten Potthoff, Vorsitzender des Sängerkreises Lüdenscheid, erinnerte an die Jubiläen von Lüdenscheider Männerquartett (LMQ) und Bergstadtchor. „Beide Jubiläen haben gut geklappt.“ Außerdem hätten die Chöre gut miteinander harmoniert, was sich beispielsweise beim gemeinsamen Empfang im Bürgerforum gezeigt habe. Flops fielen ihm im Zusammenhang mit allen Lüdenscheider Chören keine ein.

Ebenso ging es Dietmar Conradt im Zusammenhang mit dem Bremecker Hammer. Der „Chef“ der Ehrenamtlichen nannte zwei Ereignisse, die für das Team besonders toll waren: Das Kinderfest in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und die Turbine, die nach 25 Jahren mit ehrenamtlicher Leistung wieder zum Laufen gebracht wurde – ein echter Erfolg für das Team.

Gabriele Ansorge nannte auch ein konkretes Ereignis: den Workshop „Fahrzeug der Zukunft“, der zum Erfinderduell wurde. Das große Interesse von Medien und Sponsoren habe das Team unter Erfolgsdruck gesetzt – und es sei ein voller Erfolg für alle Beteiligten geworden.

Norbert Adam betonte, dass seine „Tops“ ganz subjektiv seien. Als regelmäßiger Theaterbesucher freue er sich immer wieder über gute Inszenierungen, herausragend in diesem Jahr seien „Die Buddenbrooks“ gewesen. Ganz oben auf der Liste stünden außerdem die Lichtrouten, die „so viele Menschen, jung und alt, auf die Straße gelockt haben.“ Auch die Haribo-Ausstellung dürfe nicht fehlen, die viele Auswärtige in die Stadt ziehe.

Auch Simon zog eine positive Bilanz für den Geschichts- und Heimatverein, mit „interessanten Veranstaltungen und Aktionen, die gut angenommen wurden.“ Dazu zähle zum Beispiel das Altstadtrelief, die Schülerrallye für Grundschulen und das Stadtfest, aber auch Vorträge und Exkursionen.

Für Franziska Altenpohl waren Höhepunkte die Lesungen mit Günter Grass, Harry Rowohlt, Friedrich Schorlemmer und Joy Fielding. Letztere habe gemeinsam mit den weiteren Veranstaltungen der Reihe „Mord am Hellweg“ und der Ausstellung „Kumpelhaken“ dazu geführt, dass auch in Lüdenscheid ein wenig von „Ruhr2010“ stattfand. Aber auch „Apfel, Nuss und Mandelkern“ sei immer ein herausragendes Ereignis, weil das Konzert so viele Menschen in die Bücherei locke, wie gerade eben Platz hätten, selbst bei dem Schnee in diesem Jahr. ▪ gör

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