Im Projekt "Kultur 2.0" beschäftigen sich Schüler mit Stadtgeschichte  

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Praktischer Unterricht: Nach einer Einweisung schwärmte der Kurs „Kultur 2.0“ aus und ging auf Exponat-Suche.

Lüdenscheid - 31 Schüler der 7. Klasse der Adolf-Reichwein-Gesamtschule traten die Nachfolge jenes Jahrgangs an, der in der vergangenen Woche den Wahlpflichtkurs „Darstellen und Gestalten“ erfolgreich mit einer eigenen Ausstellung in der Schule abgeschlossen hatte – wir berichteten.

Nun also „Kultur 2.0“, so der Name des Projektes, das sich in diesem Halbjahr mit der Lüdenscheider Stadtgeschichte beschäftigt, seitens der Museen begleitet von Michaela Ernst und Ulrike Tütemann und seitens der Schule durch die Lehrer Armin Krull und Josette Ommer.

Die Adolf-Reichwein-Schüler sollen aktiv in die Planung einer neuen Dauerausstellung in den Museen der Stadt Lüdenscheid einbezogen werden. Von den jungen Menschen erhofft sich das Museumsteam Anregungen und Impulse für die Zukunft. So startete das Projekt im vergangenen Jahr als Kooperation mit der Schule, nahm in Form einer sechsteiligen Reihe, was den Schülern an ihrer Schule wichtig ist, Fahrt auf und mündete in der Ausstellung „Our School is Cool“, die für ein paar Tage in der Schule zu sehen war. Der neue Kurs hat andere Ziele: „Die Jugendlichen sollen anhand eines Exponates aus dem Museum Stadtgeschichte erzählen“, umriss Ulrike Tütemann im LN-Gespräch die Aufgabe für die Kursteilnehmer. Je nach Wunsch und Neigung ein historisches Exponat aussuchen und das Exponat anhand historischer Fakten seine Geschichte erzählen lassen: „Das kann zum Beispiel ein Ledereimer sein, wie er zum Löschen des Stadtbrandes gebraucht wurde.“

Phantasie und die Beschäftigung mit der Stadtgeschichte sind also gefragt. Die jungen Geschichtsforscher lernten in ihrer ersten Unterrichtsstunde zunächst einmal die „Theorie eines Museums“ kennen. Mit dem Museumskoffer und Anschauungsobjekten aus dem hauseigenen Fundus fuhren Ernst und Tütemann zum Eulenweg. Ein Lockenstab, ein Teeservice, es mussten zum Start in das Projekt nicht gleich die historischen Exponate sein.

Die erste Praxis fand dann in den Museen statt. 31 Schüler sind beteiligt. In Teams schwärmten sie aus, um zwischen Leuchten und Wandtafeln, Knöpfen, Uniformen und Pergamentrollen das Exponat herauszusuchen, was am meisten ansprach. Freude hatten die Teenager vor allem an der Fernsprecher-Station, an der Telefone mit Wählscheibe angebracht sind. Für die „Generation Handy“ war das Drehen einer Scheibe für den Verbindungsaufbau zunächst nicht denkbar.

Einmal wöchentlich trifft sich der Kurs „Kultur 2.0“ nun, um Stadtgeschichte zu ergründen. In der kommenden Woche steht eine Stadtführung auf dem Stundenplan.

Am Ende des Projektes steht der Plan, eine Ausstellung zu realisieren, in der die Jugendlichen an Hörstationen die Geschichte „ihres Exponats“ erzählen. Die Adolf-Reichwein-Schule verspricht sich au der Zusammenarbeit mit den Museen auf lange Sicht eine Bildungspartnerschaft, um dauerhaft jungen Menschen die Kultur ihrer Stadt näher zu bringen.

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