Front-Mann Reiner Hänsch im Interview

Kult-Band Zoff: Auftritt beim Kult.Park und neue CD - Hörprobe hier

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Zoff-Frontmann Reiner Hänsch freut sich auf das Sommerkonzert im Kulturhausgarten.

Lüdenscheid – Steaks in Lüdenscheid, Comedy im Radio und eine neue CD: Um die Kult-Band Zoff ist es nie so richtig still geworden. 40-Jähriges feiern die Musiker in diesem Jahr, unter anderem mit einem Konzert beim Kultpark-Festival in Lüdenscheid. Und es gibt eine neue CD!

Am Freitag, 16. August, beginnt im Kulturhausgarten das Festival. Zum 40. Bühnen-Geburtstag der Band erscheint am 2. August frisch aus der Presse die CD „Für immer und ewig“.

Zoff-Frontmann Reiner Hänsch hat uns den Silberling schon vor der Veröffentlichung zur Verfügung gestellt – neue Songs, musikalisch abwechslungsreich, groovig und mit einer ganz besonderen Sommerversion des Kult-Hits „Sauerland“. Hier könnt ihr euch die Reggae-Version anhören.

Habt Ihr die Reggae-Version von „Sauerland“ geschrieben, weil’s irgendwann langweilig wird, „Sauerland“ im Original zu singen?

Hänsch: Nein, nein, wird nie langweilig! Die Rockversion ist und bleibt ja immer da und ist auch die echte und die richtige Version des Songs. So war er geplant, rockig, frech und groß! Diese Reggae-Version ist eigentlich ein Spaß, den ich mir mal gemacht habe als Intro und Begleitung zu meiner Comedy bei Radio MK „Sommer im Sauerland“. Läuft immer freitags und samstags um Viertel vor zehn. Na ja, und was fällt einem zu Sommer und Sonne ein: Reggae, natürlich! Ich finde, die Version ist sehr schön geworden, hat Spaß gemacht und jetzt gibt es ja auch von Radio MK die Aufforderung an andere Musiker, ihre eigene Version des Songs zu machen. Ich bin gespannt, was wir da zu hören kriegen werden. Und noch mal: Die Rockversion von „Sauerland“ ist und bleibt die „Amtliche“, und ich werde auch nicht müde, sie zu singen – auch nicht nach 40 Jahren. Es macht immer noch Spaß, wenn das ganze Sauerland mitsingt.

Seht Ihr als Musiker irgendetwas von Lüdenscheid – oder ankommen, auf die Bühne und wieder weg?

Hänsch: Na, ein wenig wird die Band schon von Lüdenscheid mitbekommen. Wir sind ja fast zwei Tage da, haben natürlich eine Menge zu tun, bis alles für den Auftritt fertig ist, aber nach dem Frühstück am nächsten Tag hat sicherlich der eine oder andere noch Zeit, sich die Stadt anzusehen. Lohnt sich ja auch. Ich selbst bin ja sowieso öfter in der Gegend auch mit meinen Lesungen unterwegs und ab und zu auch sehr gerne in Lüdenscheid. Ich kenne da ein Restaurant mit Super-Steaks.

Was hörst Du privat für Musik?

Hänsch: Gute Musik, also sagen wir’s mal andersrum: kein Schlager, keine Volksmusik, nicht so gerne deutschen Rap, diesen ganzen Gangsterquatsch – und Rammstein kann ich eigentlich auch nicht ab. Funk und Soul höre ich auch sehr gerne, auch ab und zu Jazz und naja, auch schon mal Klassik. Amerikanischen Rap und Hip Hop kann ich ganz gut haben. Da ist alles runder und grooviger. Ich höre gerne alles, was groovt und natürlich, was rockig ist, deutsche Texte mit guten Songqualitäten. Das ist nämlich nach wie vor nicht einfach, mit Deutsch umzugehen, auch wenn es inzwischen ja glücklicherweise völlig normal ist, in Deutsch zu singen. Das war ja nicht immer so. Da haben Udo Lindenberg, Nina Hagen und andere echte Pionierarbeit geleistet. Ohne die würde es vieles heute gar nicht geben. Ich muss aber auch sagen, dass ich gar nicht so viel Musik höre und nicht ständig, wie viele andere. Da geht’s ja manchmal gar nicht mehr ohne. Manchmal muss die Kiste auch einfach ausbleiben. Ich bin auch nicht der Typ, der ständig mit Stöpseln im Ohr rumläuft und andauernd berieselt werden muss. Nee, Ruhe ist manchmal auch ganz schön.

Seid Ihr als Musiker auch privat befreundet oder ist die Band ein „reines Arbeitsverhältnis“?

Hänsch: Ja, wir sind auch privat befreundet. Hin und wieder trifft man sich. Das heißt jetzt aber nicht, dass wir andauernd zusammenhängen, weil wir ja auch alle nicht gerade um die Ecke wohnen. Meistens treffen wir uns tatsächlich nur im Umfeld der Auftritte und Proben, aber dann ist es immer sehr schön und lustig und albern wie immer. Macht immer sehr viel Spaß mit der Band.

Welche Entscheidung in Deinem Leben würdest Du gerne rückgängig machen wollen?

Hänsch: Naja, vielleicht hätte ich Zoff damals nicht so schnell und plötzlich auflösen sollen. Ich hatte damals einfach keine Geduld mehr mit Plattenfirma und nicht vorhandenem Management, Planlosigkeit ..., es lief alles irgendwie nicht in die richtige Richtung. Und es fehlte immer einer, dem man vertrauen konnte und der der Band die richtigen Impulse gab. Wir waren damals einfach noch recht unerfahren, ohne Orientierung, eben einfach nur gut drauf und hatten unseren Spaß. Ich hab die Sache mit der Band damals noch nicht richtig eingeschätzt.

Dass das eigentlich eine ziemlich große Sache war, die ja auch 40 Jahre später immer noch Bedeutung hat, das war mir damals so nicht klar. Dann hätte ich vielleicht weitergemacht, die richtigen Leute gesucht, das ganze in die richtigen Bahnen gelenkt – und es hätte alles ganz anders aussehen können. Aber im Grunde trauere ich dem nicht hinterher. Es ist eben alles anders gekommen und es war auch richtig gut, vielleicht sogar besser. Ich habe einige Jahre in der Werbung gearbeitet und viele Jahre weiter Musik komponiert und produziert und bin ja auch wieder zu Zoff zurückgekommen. Und da warteten dann schon sehr viele Menschen auf uns, die uns all die Jahre nicht vergessen hatten. Das war echt Gänsehaut.

Und jetzt ist diese Band mit Unterbrechung 40 Jahre alt geworden – und es gibt eine neue Platte. CD, Download, Streaming, wie das heute so geht. Da sind ein paar echte Überraschungen drauf, denke ich. Der eine oder andere wird Zoff so was vielleicht gar nicht zugetraut haben, aber es sind alles wie immer rockige Ohrwürmer mit guten und auch witzigen Texten, wenn ich das überhaupt selbst so sagen darf. Ich freue mich sehr auf die Auftritte im Sommer und die Feedbacks der Leute auf die neue Platte.

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