Kugel statt Bolzenschuss

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Rund 60 Heckrinder weiden inzwischen im Naturschutzgebiet Stilleking. 15 waren es zum Start im Jahr 2002. Die „Freunde der Heckrinder“ kümmern sich um die Tiere.

Lüdenscheid - Was Wirtschaftswissenschaftlerinnen der Uni Kassel zurzeit im Rahmen eines Projektes untersuchen, ist bei den Freunden der Heckrinder längst gängige Praxis: das Bemühen um einen möglichst stressfreien Tötung der Tiere.

„Schon seit fünf Jahren werden die Rinder am Stilleking von einem Jäger, der dort sein Revier hat, erschossen. Das erspart den Tieren die Angst während des Transports zum Schlachthof und das Warten auf den finalen Bolzenschuss“, sagt Geschäftsführer Hans Obergruber. Im Vorfeld seien dafür mehrere strikte Auflagen zu erfüllen gewesen, um die Genehmigung zu bekommen. „Das geht nur bei größeren Flächen. Außerdem darf natürlich niemand gefährdet werden. Immerhin wird das Naturschutzgebiet ja auch von vielen Spaziergängern aufgesucht. Aber das läuft alles reibungslos.“

Nach den bisherigen Erkenntnissen sei diese Methode für die Rinder schmerzfrei, sagt Dr. Stefanie Retz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Agrartechnik der Universität. Das Projekt wird nach Angaben der Uni von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit 250 000 Euro gefördert. Hintergrund der Untersuchung ist, eine einheitliche Genehmigungspraxis zu erarbeiten und wissenschaftliche Daten zu sammeln. Stefanie Retz und ihre Kollegin Katrin Schiffer arbeiten mit einem Tierarzt und einem Bio-Hof in Schleswig-Holstein zusammen. Sie wollen einerseits die Akzeptanz vor allem unter Bio-Landwirten für diese Art der Tötung erhöhen, ebenso die für die Überwachung zuständigen Behörden überzeugen. Weiterhin soll der Einfluss der Methode auf die Fleischqualität erforscht werden.

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