Kürzungen: Diakonisches Werk prüft Stellenabbau

Auch die Bekämpfung der Spielsucht zählt zu den Beratungsfeldern der Suchtkrankenhilfe, die ab 2011 mit einer Halbierung ihres städtischen Zuschusses leben muss.

LÜDENSCHEID - „Wir werden in der Suchtkrankenberatung auch personelle Konsequenzen prüfen müssen, falls es für 2011 bei der vorgesehenen Halbierung des städtischen Zuschusses bleibt.“ Das erklärte gestern auf LN-Anfrage der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Lüdenscheid-Plettenberg, Hans Jürgen Vormschlag.

Über eine Verringerung der Sachkosten wäre der Rückgang der Zuschüsse aus Lüdenscheid von 14 760 auf 7 380 Euro jedenfalls nicht mehr aufzufangen, stellte Vormschlag fest. „Was diese Einsparmöglichkeiten angeht, haben wir unsere Hausaufgaben längst gemacht.“ Für das Diakonische Werk gelte zudem, dass es an vielen Fronten zugleich mit Einbußen zu kämpfen hat, sodass ein Ausgleich durch Aufstockung des eigenen Anteils nicht ohne weiteres möglich sei. „Das fängt bei den seit Jahren rückläufigen Kirchensteuer-Einnahmen an und geht über Kürzungen an vielen anderen Stellen weiter.“ Die Stadt Lüdenscheid ist nicht die einzige Kommune, in der das Werk arbeitet, und auch hier sei die Suchtberatung nicht allein betroffen. Tatsächlich muss das Diakonische Werk auch damit rechnen, dass seine Migrationsberatungsstelle ab 2011 überhaupt keinen Zuschuss mehr von der Stadt erhält – für 2010 waren es immerhin noch knapp 5000 Euro. „Entfällt ersatzlos“ heißt es jetzt im Haushaltssicherungskonzept 2011 zu dieser freiwilligen Leistung, die dem Streichkonzert im Nothaushalt wie andere Zuschüsse auch zum Opfer fällt.

Die Suchtkrankenberatung der evangelischen Kirche, die aus Kostengründen schon ins Lutherhaus an der Heedfelder Straße umgezogen war, gibt es seit vielen Jahren – laut Hans-Jürgen Vormschlag jedenfalls auch länger als die Drogenberatungsstelle Drobs, die der Märkische Kreis unterhält.

An der Heedfelder Straße arbeiten vier Berater und eine Verwaltungskraft vor allem daran, legale Drogen wie Alkohol und Nikotin einzudämmen und Spiel- oder Esssucht zu bekämpfen. Hilfe erhalten Betroffene, aber auch deren Angehörige. Es gibt Seminarangebote, und neben den hauptamtlichen Kräften sind geringfügig Beschäftigte und viele Ehrenamtliche hier tätig. Das Diakonische Werk bringt für diese Arbeit etwa 80 000 Euro im Jahr auf. - hgm

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