Kündigungen für Vereine: Kluser Schule wird U3-Kita

LÜDENSCHEID ▪ Die alte Kluser Schule, heute Sitz mehrerer Vereine, soll künftig drei neue Kita-Gruppen für Kinder unter 3 Jahre beherbergen. Einige Vereine erhielten daher von der Stadtverwaltung bereits Kündigungen.

Die Stadt werde aber keinen im Regen stehen lassen, versprach Ralf Ziomkowski von der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) auf Anfrage. Vielmehr sei ein Konzept in Arbeit, das allen Vereinen aus der Kluser Schule, aber auch dem griechischen Elternverein oder dem Paritätischen Wohlfahrtsverband neue Domizile sichern soll.

Aus der Kluser Schule ausziehen müssen demnach der Schachverein „Königsspringer“, der Sängerkreis Lüdenscheid e.V. und die Lüdenscheider Verkehrswacht samt ihrem Übungsplatz. Während Ziomkowski für Schachspieler und Sänger wenig Probleme bei der Suche nach neuen Räumen sieht, stelle die Verkehrswacht vor allem wegen des Übungsplatzes eine echte Herausforderung dar. Hier denke die Verwaltung indes an die Friedensschule als neuen Standort. Ebenfalls für Vereine ins Auge gefasst sei das freie Hausmeistergebäude am Bergstadt-Gymnasium.

Die Tageskinderbetreuung der Awo kann eventuell in der alten Kluser Schule bleiben. Die Kinder müssten dann aber unter das gerade neu eingedeckte Dach ziehen, dem früheren Standort des Offenen Ganztags der Grundschule Tinsberg. Weil das Dachgeschoss aber innen nicht wieder ausgebaut wurde, stehen hinter dem Verbleib laut Ziomkowski Fragezeichen: „Wir prüfen, ob sich eine umfassende Instandsetzung hier noch lohnt.“

Bleiben könnten in jedem Fall der Club Behinderter und ihrer Freunde, kurz CeBeeF, und der Verein der Tages- und Pflegeeltern (Tupf). „Der CeBeeF hat seine Räume ideal eingerichtet, außerdem stellen wir uns hier ein gedeihliches Miteinander der Generationen mit den Kita-Kindern vor“, sagte Ziomkowski. Die Tupf-Räume lägen im Untergeschoss, das für eine Nutzung als Kita gar nicht erst in Frage komme.

Zwar habe die Stadt Lüdenscheid bei den Kündigungen vorbeugend die jeweils kürzeste Frist gewählt. Doch komme ein Auszug jeweils erst dann in Frage, wenn es eine bezugsfertige Alternative gibt, stellte der ZGW-Abteilungsleiter klar. Noch sei das Gesamtkonzept nicht in trockenen Tüchern. Dessen Ziel sei es, ohne zusätzliche Kosten für die Stadt geeignete Domizile für alle Vereine zu finden, die auf der Warteliste für neue Räume stehen.

Die Entscheidung, die alte Kluser Schule zu einem Kita- Standort zu machen, sei erst wenige Tage alt. Die Verwaltung habe danach unverzüglich Kontakt zu allen betroffenen Vereinen aufgenommen. Welche Kita-Gruppenformen in das Schulgebäude einziehen sollen, war am Freitag nicht mehr zu klären.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare