SPD und FDP kritisieren Geschichtsverein

Der beabsichtigte Umzug von Teilen der VHS in das Kulturhaus löst weiterhin Diskussionen aus. SPD und FDP kritisieren den offenen Brief des Geschichts- und Heimatvereins.

Lüdenscheid - Nach ihren Fraktionssitzungen sparen die SPD und die FDP nicht mit Kritik an dem offenen Brief des Heimat- und Geschichtsvereins zum Umzug von Teilen der VHS ins Kulturhaus. Der Verein sei mit seiner Stellungnahme übers Ziel hinausgeschossen, lautet der Tenor.

„Die immensen Anstrengungen, mit Hilfe des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt (IHK) alle Kultureinrichtungen zu erhalten, sieht der Geschichts- und Heimatverein nicht“, sagt SPD-Fraktionschef Jens Voß. Die Welt gehe nicht unter, wenn im Kulturhaus VHS-Kurse gegeben würden. Das Kernstück des Kulturhauses – der Theatersaal bleibe ja erhalten. Besucher des Theaters kämen sich mit VHS-Nutzern nicht in die Quere. Der Eingang zu den VHS-Räumen erfolge über das Restaurant, der Zugang für die Theaterfreunde über den Haupteingang. Störende Geräusche durch die VHS erwarte er nicht: „Es finden da ja keine Zumba-Kurse statt“, erklärt Voß.

Außerdem müsse der Geschichts- und Heimatverein auch einmal registrieren, dass seit dem Kulturhaus-Bau vor gut 30 Jahren mehrere alternative Veranstaltungsräume hinzugekommen seien. Das Verhalten und die Ansprüche der Nutzer, auch was den gastronomischen Bereich angehe, habe sich geändert. „Das Kulturhaus verändert sein Gesicht. Was ist so schlimm daran?“

Die Art der Abfassung des offenen Briefes, in dem der Verein mit „Betroffenheit, Unverständnis und Zorn“ reagierte, gehöre sich nicht. Zudem sei nichts an dem Umbau unwiederbringlich. „Wo man Wände einzieht, kann man sie bei Bedarf auch wieder herausreißen.“

FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter meint: „Zorn trägt nicht zur Sachlichkeit bei.“ Dass der Fachhochschulstandort Lüdenscheid in Gefahr sei, weil die „Lüdenscheider Gespräche“ nicht mehr im Kulturhaus stattfinden könnten, wie es der Geschichtsverein befürchte, gehe völlig an der Realität vorbei. „Es gibt für alles Räume, zumal auch der Marktplatz in der Stadtbücherei über das IHK wieder in seiner alten Form genutzt werden könnte.“ Der Fördermittelgeber unterstütze zudem die sinnvolle Nutzung bestehender Gebäude. „Ich vermisse in dem Brief auch Gegenangebote. Es werden nur grundsätzliche Bedenken geäußert“, kritisiert Holzrichter. Die FDP habe zwar gegen das IHK Altstadt gestimmt, weil es nicht zur angespannten Haushaltslage passe. „Die Folgekosten dieser freiwilligen Aufgabe sind hoch. Trotzdem schmollen wir nicht, sondern sehen uns in der Verantwortung, den Prozess inhaltlich kritisch zu begleiten.“

An den Fraktionssitzungen nahmen VHS-Leiter Andreas Hostert, Kulturhausleiter Stefan Weippert, Kulturfachdienstleiter Stefan Frenz sowie Fachdienstleiter Frank Kuschmirtz und Gudrun Abendroth von der Zentralen Gebäudewirtschaft teil.

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