Die Linke hinterfragt Tarife

Yasin Kut, Ratsherr der Partei Die Linke, fragt, ob es innerhalb der Stadtwerke eine Leihfirma gibt.

Lüdenscheid - In einer Anfrage an Bürgermeister Dieter Dzewas hat Yasin Kut, Ratsherr der Partei Die Linke, die Tarifpolitik bei den Stadtwerken in den Fokus genommen. Auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft verdi sei vorgetragen worden, dass es innerhalb der Stadtwerke Lüdenscheid eine Leihfirma gebe. „Das bedeutet zum Beispiel, dass die Auszubildenden der Stadtwerke nicht von ihnen, sondern von der Leihfirma übernommen werden“, schreibt Kut. Sinn dieses Vorgehens sei es, nicht den Tarifvertrag der Versorgungswirschaft anzuwenden, sondern die Beschäftigten schlechter zu bezahlen.

Die Linke möchte wissen, ob dieser Sachverhalt stimmt und wenn ja, wie Bürgermeister Dzewas dies bewerte und nach welchen Tarifvertrag die betroffenen Mitarbeiter bezahlt werden. Zudem fragt sie, wieviele Beschäftigte in dieser Leiharbeitsfirma beschäftigt sind.

Auf Nachfrage bei den Stadtwerken erklärte Pressesprecher Andreas Köster, die Anfrage der Ratspartei Die Linke sei gestern über das Büro des Bürgermeisters an die Stadtwerke weitergeleitet worden. Darin bitte er um eine Stellungnahme des Energieversorgers. Die werde nun vorbereitet. Daher könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Auskunft gegeben werden.

Die LN fragten bei Harald Metzger, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadtwerke nach, der die unterschiedlichen Tarife im Enervie-Unternehmensverbund – bestehend aus der Mark-E Aktiengesellschaft, der Stadtwerke Lüdenscheid GmbH und der Enervie AssetNetWork GmbH – beklagte. „Trotz des Verbundes existieren verschiedene Tarifverträge. Diese Diskrepanz ist ein Ärgernis. Unsere Bemühungen, die Tarife zu vereinheitlichen, sind bisher misslungen.“

Nach LN-Informationen gilt für die Mitarbeiter der Stadtwerke der Tarifvertrag Versorgungsbetriebe und für die Beschäftigten der Mark E ein Haustarif. Hinzu kommt eine Kraftwerks Service Gesellschaft, unter der zunächst erst einmal sämtliche Neueinstellungen und die Auszubildenden gefasst werden und der geringer beziehungsweise schlechter dotiert ist als die beiden zuerst genannten Tarife.

Von Martin Messy

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