Kritik an Übertragung der Fußball-EM im Rosengarten

Lüdenscheid - Die Begeisterung ist groß, trotzdem regt sich vereinzelt Kritik an der EM-Übertragung im Rosengarten. Vier Wochen Fußball, vom Eröffnungsspiel Frankreich – Rumänien am 10. Juni um 21 Uhr bis zum Endspiel am 10. Juli, 21 Uhr.

51 Spiele, 24 Mannschaften. Spielbeginn ist manchmal um 15, meist um 18 oder 21 Uhr, Verlängerungen und Elfmeterschießen sind durch den K.o.- Modus wahrscheinlich. Ein hartes Programm, nicht nur für Spieler und Zuschauer, auch für Anlieger so genannter Public-Viewing-Zonen. 

Erstmals wird in Lüdenscheid in der Form „öffentliches Rudelgucken“ angeboten (wir berichteten). Möglich machen das zum einen Sponsoren, durch die zum Beispiel für die Dauer der Spiele aus dem Rosengarten die Sparkassen- Arena wird. Möglich machen das zudem engagierte Veranstalter rund um André Westermann (Lüdenscheider Stadtmarketing/ LSM), die organisieren, Risiken tragen, Voraussetzungen schaffen – wie die Anschaffung der LED-Leinwand. 

Viele positive Reaktionen habe er schon bekommen, sagt Westermann. Aber es gibt auch Kritik. Ein Anwohner zeigt sich im Schreiben an die Redaktion in Sorge. Er bezieht sich auf frühere Großveranstaltungen im Rosengarten, spricht von einschlägigen Erfahrungen nach Weltmeisterschaftsspielen und Open-Air-Konzerten: „Immer Lärm ohne Ende, bis Mitternacht und länger lautes Saufgelage, in den Hauseingängen wurde überall ohne Rücksicht auf Verluste alles vollgepinkelt.“ Bedenken hat der Anwohner auch wegen der Arbeitnehmer: „Es gibt mit Sicherheit viele Leute in der Innenstadt, die am frühen Morgen ihrer Arbeit nachgehen müssen. Auch nicht jeder Arbeitgeber hat Verständnis für Fußball.“ 

André Westermann ist sich des Zwiespalts durchaus bewusst. „Da wird einer belästigt, wenn er das nicht mag“, räumt er ein. Doch grundsätzlich sollen, so das Signal vom Land, Lärmschutz-Regelungen wegen des großen öffentlichen Interesses vorübergehend gelockert werden. Westermann selbst betont: Nach Spielende wolle man die Freiluftveranstaltung „schnellstmöglich nach innen verlegen“. Mit hohem Security- Aufwand will man zusätzlich für Sicherheit sorgen. Dass man alle Spiele zeigen wolle, habe vor allem einen Grund: „Ich finde die Botschaft wichtig, dass wir niemanden ausgrenzen.“ Es gebe in Lüdenscheid schließlich viele unterschiedliche Nationalitäten mit Spaß am Fußball. 

Er zeigt sich davon überzeugt, dass die Spiele auf höchst unterschiedliches Interesse stoßen werden. Sicher sei eines: Egal, für welchen Veranstaltungsort man sich entscheide – „diese Diskussion führt man überall“.

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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