„Jeder selbst in der Verantwortung“

Verwilderte Grabstätten auf dem katholischen Friedhof stoßen auf Kritik.

Lüdenscheid - Albert Gierse ärgert sich über weit mehr als zehn total verwilderte Grabstätten auf dem unteren rechten Grabfeld des katholischen Friedhofs an der Rahmedestraße.

„Sie sind von Unkraut und Buschwerk überwuchert und bieten einen jämmerlichen Anblick. Es kann doch nicht sein, dass zwar hohe Friedhofsgebühren kassiert werden, aber nicht Geld vorhanden ist zur Aufrechterhaltung eines Minimums an Aussehen“, kritisiert Gierse, der regelmäßig dort ist, um das Grab seiner Mutter zu pflegen. Immer wieder habe er die Friedhofsverwaltung von St. Joseph und Medardus angesprochen und wenigstens um provisorische Abhilfe gebeten.

Doch so einfach gestaltet sich die Abhilfe nicht, wie die LN im Gespräch mit dem zuständigen Friedhofsgärtner Bernward Endersch erfuhren. „Friedhofsgebühren werden von uns nicht erhoben. Die Grabstätten werden für eine bestimmte Ruhezeit gekauft und danach sind die Angehörigen der Verstorbenen selbst in der Verantwortung für die Pflege der Gräber. Wenn es zu arg wird und die Grabstätten verwildern, schreiben wir die Nutzer an. Aber Rückmeldungen dauern oft lange oder erfolgen gar nicht.“

Das kleine Friedhofs-Team – „wir sind inzwischen nur noch drei Mitarbeiter, die für vier Tage die Woche angestellt sind“ – kümmere sich um mehr als 400 Gräber auf dem Friedhof an der Rahmedestraße. „Da sind die Kapazitäten irgendwann erschöpft.“ Wenn es die Zeit zulasse, bemühe man sich, grobe Missstände zu beheben, aber das sei aufgrund des täglichen Arbeitsaufkommens nur selten möglich, bedauert Bernward Endersch.

Von Martin Messy

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare