Kreis reagiert

Kritik an Toilettensituation am Impfzentrum: Das Klo steht draußen

Über eine Rampe ist die Behindertentoilette (rechts) auf dem Außengelände zu erreichen.
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Über eine Rampe ist die Behindertentoilette (rechts) auf dem Außengelände zu erreichen.

Lüdenscheid – Die Abläufe im Impfzentrum Lüdenscheid haben sich seit dem Start am Montag weitgehend eingespielt. Nach Hinweisen von Impflingen und Angehörigen wurde inzwischen auch die Toilettensituation in und an der historischen Schützenhalle überarbeitet.

Nach der teils langen Anfahrt, zum Beispiel aus dem Nordkreis, geht für viele Senioren über 80 Jahre der erste Weg zum Klo. Die WCs für die Besucher befinden sich anders als von vielen erwartet allerdings nicht innerhalb der Schützenhalle, sondern in zwei Containern auf dem eingezäunten Außengelände. Der Grund: Innerhalb des Impfzentrums sind die Wege streng getrennt. Begegnungsverkehr auf dem Weg zur Toilette oder in den sanitären Einrichtungen soll so vermieden werden, um die Kontakte möglichst zu reduzieren.

In den Containern befindet sich auch eine Behindertentoilette, die über eine Rampe erreicht wird. Insbesondere für Rollstuhlfahrer oder Nutzer mit Rollatoren sind die Wege entsprechend weit und bei Eis und Kälte nicht ganz ungefährlich zu befahren. Die Steigung ist für einige zu steil. Sie sind auf fremde Hilfe angewiesen. Der Märkische Kreis betont auf Anfrage, dass „die Rollstuhlrampe nach den Vorgaben der DIN errichtet (Steigung < 6°) wurde und das System eine Tüv-Abnahme besitzt.“

Die Begehbarkeit werde mehrmals am Tag sowohl vom Winterdienst wie auch vom Wachdienst oder den Mitarbeitern des Impfzentrums kontrolliert. Im Bedarfsfall sei der Wachdienst zusätzlich mit Streusalz und Schneeschieber und Besen ausgestattet. Inzwischen hat der Märkische Kreis auf die Beschwerden reagiert und auch die Behindertentoilette innerhalb der Schützenhalle für die gehbehinderten Impflinge freigegeben. Sie ist komplett barrierefrei erreichbar. Zudem wurde die Ausschilderung zu den Toilettencontainern noch einmal verbessert. Bereits am Eingang wird in der Beschilderung auf die Toiletten hingewiesen.

Dass die Wasserleitungen an den Klocontainern anfangs eingefroren waren, bestätigte Kreissprecher Hendrik Klein. Nachdem am Morgen kein Wasser aus den Leitungen kam, habe man aber schnell reagiert. Zum Start der Impfungen am Nachmittag lief die Wasserversorgung wieder.

Mehrere Impflinge berichteten gegenüber unserer Zeitung zudem, dass sie nach Betreten der Impfstraße – dabei handelt es sich um ein Einbahnstraßensystem – keine Möglichkeit mehr hatten, auszuscheren und aufs Klo zu gehen. Dem widersprach der Kreis: In Notfällen könne man immer flexibel reagieren. Vorgesehen sei der Toilettengang zwischendurch jedoch nicht. Kreissprecher Hendrik Klein betonte, dass bei Problemen vor Ort schnell und pragmatisch reagiert werde: „Das Personal ist jederzeit zur Hilfe bereit und nimmt Anregungen und Verbesserungsvorschläge gerne entgegen.“

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