Kriminalitätsstatistik 2011: Immer mehr Einbrüche

LÜDENSCHEID ▪ Weniger Straftaten als im Landestrend, eine höhere Aufklärungsquote als im NRW-Schnitt – die Kriminalstatistik 2011 sieht für Lüdenscheid „sehr ordentlich“ aus, wie die Chefin der Kriminaldirektion 2, Alexandra Füchter, mitteilte.

Aber Kopfschmerzen bereitet den Ermittlern die zunehmende Häufigkeit von Einbrüchen. 85 Fälle in 2011, das ist gegen über 2010 eine Steigerung von knapp 55 Prozent.

In der Kreisstadt hat die Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 7980 Kriminaldelikte registriert, das entspricht einem Rückgang von 0,7 Prozent. Mit 55,6 Prozent liegt die Aufklärungsquote ebenfalls nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 56,7 Prozent.

Auffällig ist in dem heute vorgestellten Zahlenwerk der Rückgang der Fallzahlen bei Raubdelikten, die von 76 Taten um 46 Prozent auf 41 geschrumpft sind. Auch in puncto Rauschgiftdelikte (minus 17,9 Prozent) sowie Straßenkriminalität (minus 10,9 Prozent) und Gewalttaten (minus 6,4 Prozent) vermelden die leitenden Ermittler für Lüdenscheid positive Tendenzen.

Das ist unter anderem der Arbeit des Kommissariats Jugendkriminalität zu verdanken, das Tatverdächtige bis 21 Jahre verfolgt und dabei neue Wege beschreitet. Kommissariats-Chef Peter Bauer erläuterte die abgestufte Arbeitsweise, mit der jugendlichen Straftätern begegnet werden soll. Die Polizei will Ersttäter greifen und über Elternkontakte die Wiederholungsgefahr verringern. Sogenannte Schwellentäter sollen das Netzwerk aus Polizei, Jugendamt, Schule und Justiz zu spüren bekommen. Bekannte Mehrfachtäter landen auf einer Liste und werden von Beamten vor Ort „betreut“, wie es heißt. Und notorische Intensivtäter sollen von Spezialisten und Szene-Kennern der Kripo verfolgt und überwacht sowie bei Bedarf möglichst schnell und wirkungsvoll bestraft werden. Ob und inwieweit das Konzept greift, ist noch unklar. Das neue Kommissariat ist erst seit der Neuorganisation der Polizei im Oktober '11 aktiv.

Angesichts der aktuellen Kriminalitätsstatistik will die Polizei einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einbrechern legen. Dabei, das hob Alexandra Füchter hervor, sei die Polizei besonders auf die Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Hauptkommissar Oliver Petrosch, Chef des für Lüdenscheid zuständigen Regionalkommissariates, baut dabei auf eine wachsende Zahl von Zeugenaussagen. „Jeder noch so kleine Hinweis kann für uns sehr bedeutend sein.“ Regenrohr- oder Balkonkletterer oder sogar verdächtige Autos mit fremden Kennzeichen müssten umgehend unter Tel. 110 gemeldet werden, um mehr Ermittlungserfolge erzielen zu können. „Die Bürger müssen noch sensibler werden.“

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