Fehlende Unterschriften

Krimi um Enervie-Rettung geht weiter

Der Krimi um die Zukunft von Enervie spitzt sich zu.

Lüdenscheid - Auf dem Weg in die mögliche Rettung fehlt der Enervie-Gruppe die entscheidende Unterschrift des Regierungspräsidenten in Arnsberg. Damit können Lüdenscheid und Hagen als große kommunale Anteilseigner noch nicht das jeweilige Darlehen zeichnen, das Enervie zum Überleben braucht.

Die grundsätzliche Zustimmung der Politik liegt in beiden Städten durch entsprechenden Ratsbeschluss vor. Doch für den Regierungspräsidenten als Kommunalaufsicht, der über die Zulässigkeit der Darlehen in Höhe von 30 Millionen Euro aus Hagen und 16,8 Millionen Euro aus Lüdenscheid entscheiden muss, lagen die nötigen Fakten zu spät auf dem Tisch. Am Donnerstag ist nach LN-Informationen das Sanierungsgutachten in Arnsberg erst um 13 Uhr eingetroffen. Damit sei die Zeit zur Prüfung bis zur Aufsichtsratsitzung der Enervie am Abend zu kurz gewesen.

So kam es am Freitag zu einem Krisentreffen zwischen den Bürgermeistern, Regierungspräsident Gerd Bollermann, den Unternehmensberatern von Roland Berger und den Wirtschaftsprüfern von PricewaterhouseCoopers, um offene Fragen zu klären. Entscheidend wird daher der heutige Montag, an dem ein Sitzungstermin den nächsten jagt, um das Sanierungsgutachten durch die Aufsichtsräte von Enervie, Mark-E und Lüdenscheider Stadtwerken zu bringen. Mehr Zeit bleibt nicht, weil die Erklärungsfrist gegenüber den beteiligten Banken am 30. Juni ausläuft.

Bestandteil der Sanierung ist unter anderem ein Personalabbau von zurzeit 1260 auf 815 Stellen, um die laufenden Personalausgaben von 107 auf künftig noch 65 Millionen Euro zurückzufahren. Sollte das gelingen, halten die Unternehmensberater Enervie offenbar für sanierungsfähig. Zentrale Voraussetzung ist aber die Geldspritze der Kommunen und des privaten Anteilseigners Remondis, so dass rund 60 Millionen Euro frisches Geld in den Konzern fließen.

Enervie sitzt auf Bank-, Pensions- und weiteren Verbindlichkeiten in einer Gesamthöhe von mehr als 600 Millionen Euro. Offen ist nach Informationen der Westfalenpost Hagen zudem, wer den Sanierungskurs bei Enervie umsetzen wird. Im Gespräch ist, einen eigenen Sanierungsmanager zu installieren, der unterhalb des amtierenden dreiköpfigen Vorstands angesiedelt ist.

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