Kreuzkirche: Abschied von Powerfrau Catharina Bluhm

Catharina Bluhm im Kreis ihrer Kreuzkirchen-Kollegen: links Pfarrer Eckart Link, rechts Pfarrer Hans-Georg Ahl. - Foto Salzmann

Lüdenscheid - „Ich habe hier ganz viele Leute gehabt, mit denen ich wunderbar zusammengearbeitet habe.“ Mit Pfarrerin Catharina Bluhm verlässt eine Powerfrau die Kreuzkirchengemeinde. Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes mit anschließendem Empfang nahm die gebürtige Altenaerin, die in Dahle aufgewachsen ist, am Sonntag Abschied von der Gemeinde, in der sie elf Jahre als Pfarrerin im Entsendungsdienst wirkte, vieles anstieß und bewegte.

Viele – sogar ihr Dahler Chor – kamen, um sich zu verabschieden. Mit einer Predigt über die Emmaus Jünger, über die sie bereits im Juli 2004 bei ihrer Ordination durch Superintendent Klaus Majoress sprach, schloss sich für Catharina Bluhm ein Kreis.

Andernorts – im Kirchenkreis Minden – beginnt in Kürze ein neuer Lebensabschnitt. „Ich werde dort zunächst Vertretungsaufgaben übernehmen“, so die scheidende Pfarrerin, die in „ihrer“ Kreuzkirchengemeinde eine schmerzliche Lücke hinterlässt. Im kommenden Jahr nimmt sie in Ostwestfalen-Lippe die Arbeit einer Gemeindepfarrerin auf. Ihre Stelle in Lüdenscheid wird nicht wieder besetzt. Die vielfältigen Aufgaben teilen sich Pfarrer Hans-Georg Ahl und Pfarrer Eckart Link untereinander auf. Mit ihr verlässt Ehemann Matthias Bluhm, 2. Vorsitzender der „Arche“, Lüdenscheid. Er bleibt der „Arche“ allerdings weiter verbunden, wie Catharina Bluhm erklärt.

Als sie im Frühjahr 2004 nach einem Gemeindepraktikum in Mexiko und Vikariat in der Oberrahmede ihre Arbeit in der Kreuzkirche aufnahm, war ihre 75 Prozent Stelle als „Überbrückung“ gedacht. Der 2. Bezirk von der Lennestraße bis zum Vogelberg war ihr Wirkungskreis. Von Anfang an war sie für die Frauenarbeit in der Gemeinde zuständig. Krabbelgruppen, um die sie anfangs kümmerte, verselbständigten sich bald. Gemeinsam mit Eckart Link begleitete sie die Zusammenführung des August-Hermann-Francke-Kindergartens und der „Schatzkiste“ zum heutigen Familienzentrum „Schatzkiste am Annaberg“. Auch an der Kita-Konzeption und deren Weiterentwicklung wirkte sie maßgeblich mit.

Als ihr besonderes „Baby“ bezeichnet Catharina Bluhm das Klamöttchen, in dem Bedürftige gegen einen kleinen Obolus gut erhaltene Kleidung erwerben können. „Ordentlich gekleidet zu sein, ist ein Stück Menschenwürde“, sagt sie. Dass sie zum 20-köpfigen Team des „Montagscafés“ gehört, das sich um Bedürftige kümmert, bedarf keiner besonderen Erwähnung. „Viele Menschen, die hierher kommen, haben keinen familiären Rückhalt. Für viele ist das Montagscafé zur Familie geworden.“ Das Abschiedsgeschenk eines Montagscafé-Besuchers, verbunden mit den Worten: „Wenn du was brauchst, ruf mich an!“, hat sie zu Tränen gerührt.

Ihre großen Leidenschaften – Schreiben und Theaterspielen – konnte die dreifache Mutter an der Kreuzkirche entfalten. Unvergessen sind ihre Rollen als Calamity Jane oder Raumschiffkommandantin Klara Kraft, in denen sie Jungen und Mädchen bei den Kinderbibelwochen die biblischen Geschichten nahe brachte. Gelernt sein will auch, Küche ohne Küche zu machen, wie bei einer Jugendfreizeit in Spanien geschehen.

Dem „grandiosen Team von Haupt- und Ehrenamtlichen“ an ihrer Seite hält sie zugute, dass „ich die Dinge machen konnte, die ich wirklich gut kann.“ Predigen und seelsorgerliche Arbeit beispielsweise. „Die Geschichte Gottes mit den Menschen fasziniert mich“, gibt sie zu. Ihre Aufgaben in der Mediothek des Kirchenkreises, die einen Teil ihrer Arbeit in Lüdenscheid ausmachten, übernimmt ab sofort Pfarrerin Krimhild Ochse.

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