Krankenhausküche: „Es muss sich etwas ändern“

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Ob und welche Konsequenzen sich für die Mitarbeiter der Catering GmbH ergeben, steht nach Angaben der Geschäftsführung noch nicht fest. -

LÜDENSCHEID - „Wir machen uns Gedanken um das gesamte Küchenthema“, stellt Robert Schüwer fest.

Für den Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholding GmbH & Co. KG steht eines fest: „Es muss sich etwas ändern. Das Planungssystem rund um die Küche ist jetzt circa 30 Jahre alt, die Küche selbst ist 1986 bezogen worden. Sie ist schlicht und ergreifend abgängig.“

Rund 1300 Essen würden täglich von den 108 Beschäftigen der Märkischen Catering GmbH an der Paulmannshöher Straße zubereitet. Die 2003 gegründete GmbH betreibt unter anderem die Krankenhausküche des Klinikums Lüdenscheid und die Kantine des Märkischen Kreises. Auch die Patienten des Marienhospitals in Letmathe werden von Lüdenscheid aus versorgt. Momentan kochen die Mitarbeiter zudem noch für 77 Lüdenscheider und 48 Letmather, die zum Menüpreis von jeweils 5,60   Euro „Essen auf Rädern“ beziehen. Doch nicht mehr lange: Ende des Monats wird dieser Service eingestellt. „Es hat sich einfach nicht gerechnet“, verweist Schüwer auf einen „riesigen Verwaltungsaufwand, x-Autos, die zum Ausliefern durch die Gegend fahren mussten, und verschiedene Konkurrenzanbieter“.

Das Aus für das „Essen auf Rädern“ hänge aber nicht mit den grundsätzlichen Überlegungen bezüglich der Krankenhausküche zusammen, betont der Geschäftsführer. „Momentan ist diesbezüglich ja noch alles offen. Der Markt hat einiges zu bieten und wir machen uns schlau. Die gesamte Bandbreite von selber kochen bis zum Einkauf kompletter Essen steht zur Debatte“, erklärt Schüwer. Deshalb könne momentan auch niemand die Frage beantworten, ob und welche Konsequenzen sich demnächst für die Mitarbeiter der Märkischen Catering GmbH ergeben könnten. Schüwer verweist darauf, dass sich im Laufe der Jahre stets Änderungen ergeben hätten – und nennt Beispiele: „Ganz früher hat man noch die Schweinehälften vor Ort zerlegt. Das ist natürlich längst vorbei. Und dass bei uns gekocht wird, bedeutet ja nicht, dass wir keine vorgekochten Kartoffeln einkaufen.“

Die derzeitige Situation sei jedenfalls aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr tragbar. „Ein Beköstigungstag kostet uns pro Patient 13 Euro“, sagt Schüwer – und rechnet vor: „Das Verteilen auf den Stationen ist in diesem Preis noch nicht enthalten.“

Ende November tage der Aufsichtsrat, um sich mit dem neuen Wirtschaftsplan zu beschäftigen. Schüwer: „Dann wissen wir, in welche Richtung wir uns bewegen.“ - cwi

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