Krisenstab beschließt Maßnahmen

Krankenhaus im MK schaltet in den Notfallbetrieb

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Die Geschäftsführung des Klinikums schaltet in den Notfallbetrieb.

Der Geschäftsführer der Märkischen Kliniken äußert sich zum "Pandemie-Update" und erklärt, welche Folgen die steigenden Infektionszahlen für die Märkischen Kliniken hat.

Lüdenscheid - Die Corona-Lage im Klinikum Lüdenscheid spitzt sich zu. Laut einem „Pandemie-Update“ von Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe erreichten die Patientenzahlen mit positivem Sars-Cov-2-Nachweis am Montag einen neuen Höchststand. Die Zahl der Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne dagegen sei „erfreulicherweise stabil“. 

Am Montag wurden in Lüdenscheid 42 Patienten mit Sars-CoV-2-Nachweis stationär behandelt, davon 30 auf der Isolier- und 12 auf der Intensivstation, fünf lagen auf der Aufnahmestation. 17 Mitarbeiter des Klinikums befinden sich in häuslicher Quarantäne. In Werdohl gibt es keine betroffenen Patienten und Mitarbeiter. 

Mit sofortiger Wirkung, schreibt Thorsten Kehe, habe der Krisenstab deshalb eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um die Versorgungs- und Intensivkapazitäten zu erhöhen und der neuen Situation anzupassen. 

Stationen: Schließung und Umwidmung

Durch die Schließung und Umwidmung von Stationen sollen Betten und Klinikpersonal freigesetzt werden, welche dringend für die Covid-19-Versorgung benötigt werden. 

Die bisherigen Kapazitäten auf der ersten Ebene reichen laut Kehe für die Versorgung von Covid-19-positiven Patienten sowie Verdachtsfällen nicht länger aus. Daher werden die Bettenkapazitäten wie folgt angepasst: 

Die Station 1.2 versorgt Covid-19-positive Patienten (24 Betten), die Station 1.3 versorgt Patienten mit dringendem klinisch/anamnestischen Verdacht auf Covid-19 (19 Betten), die Station 3.2 wird geschlossen, um die benötigten personellen Kapazitäten zu erhalten. Die Station 4.5 wird zur sogenannten Holding-Area für neue stationäre Patienten, die auf einen zweiten Abstrich warten (34 Betten). 

Normalstationen weiter reduziert 

Es ist laut Kehe absehbar, dass in Kürze eine weitere Reduzierung der normalstationären Kapazitäten erforderlich wird, um die benötigten Versorgungskapazitäten (Betten/Personal) bereitstellen zu können. Um die jetzt beschlossenen Maßnahmen umsetzen zu können, werde auf Station 1.1. der Süd-Flügel mit 17 Betten geschlossen. 

Intensivstation wird erweitert

Die Intensivstation 8.2 wird unterdessen schrittweise bis auf zehn Betten erweitert. Damit stehen in dieser Ausbaustufe insgesamt 38 Intensiv-Betten sowie 8 IMC-Betten in den Märkischen Kliniken zur Verfügung. 

Um die intensivpflegerische Versorgung auf der Station 8.2 sicherzustellen, werden die OP-Kapazitäten wie folgt priorisiert: Durchgeführt werden alle onkologischen Eingriffe sowie Notfall-Operationen. Planbare Eingriffe (elektive Falle) werden verschoben. 

Keine elektiven Aufnahmen mehr 

Eine möglichst frühe Verlegung der Intensivpatienten auf Normalstation werde bereits jetzt durchgeführt, berichtet Thorsten Kehe. 

Alle elektiven Aufnahmen sollen „sofort und bis auf Weiteres“ abgesagt werden. Damit soll unter anderem die OP-Kapazität deutlich reduziert werden, um die Fachkräfte fur die intensivmedizinische Versorgung bereitzustellen. 

Nur ausnahmsweise ambulante OPs 

Alle ambulanten Operationen sollen ebenfalls, „wo immer möglich“, abgesagt werden. Der Betrieb der Ambulanzen soll soweit möglich heruntergefahren werden. Ziel sei es, die Betriebszeiten der Ambulanzen deutlich zu reduzieren und dadurch personelle Kapazitäten freizusetzen. 

Klinikpersonal, welches durch die Maßnahmen freigeworden ist, wird in der Notaufnahme, auf der Intensivstation sowie zur Versorgung der Patienten auf der 1. Ebene eingesetzt. 

Reinigungsdienst rund um die Uhr 

Um in der hohen Infektionsdynamik, zum Beispiel bei Corona-Verdachtsfällen oder in Aufzügen, schnell reagieren zu können, wurde im Lüdenscheider Haus die Reinigungsbereitschaft mit sofortiger Wirkung ausgeweitet. Damit steht laut Thorsten Kehe ab sofort rund um die Uhr eine 24-Stunden-Bereitschaft vor Ort zur Verfügung. Diese könne zu den regulären Diensten kurzfristig dazu gebucht werden.

Die Corona-Zahlen im MK steigen weiterhin drastisch an. Nun wurden Hintergründe einer Hochzeit bekannt, die einen Teil der steigenden Infektionszahlen erklären. Auch zum inzwischen 35. Todesfall gibt es Informationen.

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