Pläne zu Mindestanforderungen

Reicht das Pflegepersonal? Das sagt das Klinikum

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Das Klinikum Hellersen ist Kernstück der Märkische Kliniken GmbH 

Lüdenscheid - Genügt der Personalbestand in den drei Krankenhäusern der Märkischen Kliniken GmbH den Anforderungen, die laut Plänen von Gesundheitsminister Jens Spahn ab dem 1. Januar verbindlich gelten sollen? Die Antwort auf diese Frage bleibt die Geschäftsführung der Kliniken schuldig.

 Der Gesundheitsminister will, wie Anfang der Woche bekannt wurde, dafür sorgen, dass sich Krankenhaus-Patienten künftig in wichtigen Abteilungen auf eine feste Mindestbesetzung mit Pflegekräften verlassen können (ausführliche Info hier). Dafür kommen zum 1. Januar 2019 verpflichtende Untergrenzen für Intensivstationen sowie Abteilungen für Kardiologie, Geriatrie und Unfallchirurgie.

Werden diese Mindestanforderungen in den Häusern Lüdenscheid-Hellersen, Letmathe und Werdohl jetzt schon erreicht? Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, geht gegenüber unserer Redaktion zunächst auf die von Spahn ebenfalls festgeschriebenen Quoten qualifizierter Pflegekräfte ein: „Da wir bisher weitestgehend auf den Einsatz von nicht examiniertem Krankenpflegepersonal verzichten, liegen unsere Qualifikationsquoten bei examinierten Krankenpflegekräften mit mehr als 90 Prozent in den in der Verordnung genannten pflegeintensiven Bereichen und mit 97 Prozent auf der Intensivstation höher als in der Verordnung gefordert. Dies ist sicher auch auf den Betrieb unserer eigenen Krankenpflegeschule zurückzuführen.“

Was die von Spahn geforderte Pflegestellenanzahl angeht, nennt Kehe keine aktuellen Zahlen. Er schreibt, es sei „für uns zum jetzigen Zeitpunkt eine abschließende Bewertung der gerade erst veröffentlichten Verordnung noch nicht möglich“. Kehe schließt: „Wir gehen aber nach ersten überschlägigen Berechnungen davon aus, dass wir alle Anforderungen zur Anzahl der Pflegestellen, die die Verordnung an uns stellt, auch erfüllen können.“

Bereits im Mai dieses Jahres hatte Corinna Schleifenbaum, Pressesprecherin der Märkischen Kliniken, gegenüber unserer Redaktion behauptet, im Pflegebereich des Unternehmens gebe es „nicht den einen Personalschlüssel, weil sich die Anzahl der Pflegekräfte auf unseren Stationen nicht ausschließlich an einer Bettenzahl, sondern vielmehr an der Betreuungsintensität der Patienten und der Fachrichtung richtet, zu der eine Station gehört.“

Unterdessen hat das unter privater Trägerschaft stehende Plettenberger Krankenhaus mitgeteilt, nicht nur die geforderten Personalstärken erreiche man schon jetzt, sondern auch das Verhältnis von examinierten zu nicht examinierten Pflegekräften. Dieses habe man von 67 Prozent (examiniert) zu 33 Prozent (nicht examiniert) Ende 2016 auf mittlerweile 80 zu 20 Prozent zugunsten der examinierten Kräfte steigern können.

Die Spahn-Initiative

 In Intensivstationen soll in der Tagschicht eine Pflegekraft für höchstens 2,5 Patienten da sein, nachts für 3,5 Patienten. In einer zweiten Stufe ab 1. Januar 2021 soll sich tagsüber eine Pflegekraft um höchstens zwei Patienten kümmern, nachts um maximal drei. In der Unfallchirurgie sind ab 1. Januar 2019 tagsüber maximal 10 Patienten pro Pfleger zulässig, nachts 20 Patienten. Dieser Schlüssel gilt auch für die Geriatrie, also spezialisierte Abteilungen für alte Patienten. In der Kardiologie, die Herzerkrankungen behandelt, muss tagsüber eine Pflegekraft für maximal 12 Patienten da sein, in den Nachtschichten für nicht mehr als 24 Patienten zugleich.

Geregelt werden soll auch, dass überwiegend höher qualifizierte Fachkräfte präsent sein müssen. Der Anteil von Hilfskräften darf demnach in Intensivstationen maximal acht Prozent betragen. In Unfallchirurgie und Kardiologie dürfen es tagsüber höchstens 10 Prozent sein, nachts 15 Prozent – in der Geriatrie in der Tagschicht 20 und nachts 40 Prozent. Ausnahmen von den Untergrenzen sind möglich, wenn plötzlich viel Personal ausfällt oder besonders viele Patienten kommen – bei Epidemien oder Katastrophen.

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