Bemühen um mehr Attraktivität

Krankenhäuser im MK führen flexible Arbeitszeiten ein - auch für Pfleger

Klinikum Lüdenscheid Dagmar Keggenhoff
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Pflegedirektorin Dagmar Keggenhoff

Das Klinikum Lüdenscheid will sich mit dem Angebot flexibler Arbeitszeiten attraktiver für Bewerber machen.

Lüdenscheid - Nicht erst seit der Corona-Pandemie stellen Arbeitszeiten für Pflegekräfte einen hohen Belastungsfaktor dar. Oftmals arbeiten sie zu atypischen Zeiten, wie vor 7 Uhr oder nach 19 Uhr. Zudem gehen damit Arbeitseinsätze an den Wochenenden oder nachts einher. In einer jüngsten Umfrage des Deutschen Bundesverbandes für Pflegeberufe (DBfK) gaben rund 30 Prozent der Befragten an, daher regelmäßig über einen Berufsausstieg nachzudenken. Ebenso scheitert es häufig an den Arbeitszeiten, dass Pflegekräfte nach der Elternzeit wieder arbeiten können.

Um ein positives Signal zu setzen und die Attraktivität für Pflegekräfte zu steigern, weiten die Märkischen Kliniken mit ihren Standorten in Werdohl und Lüdenscheid ihr Angebot für flexible Arbeitszeiten auf fünf Berufsgruppen in der Pflege aus. Das sogenannte Modell „Flexpool“ steht ab sofort nicht nur Gesundheits- und Krankenpflegern offen, sondern auch Kinderkrankenpflegern, Altenpflegern, Pflegehelfern sowie Medizinischen Fachangestellten.

„Im Flexpool suchen sich Mitarbeiter ihre Arbeitszeit selbst aus und sagen uns einfach, wann und wie lange sie arbeiten möchten. Wir bieten dann die entsprechenden Einsatzmöglichkeiten,“ erläutert Swetlana Klaus, stellvertretende Pflegedirektorin das Angebot. Gleichzeitig haben Mitarbeiter im Flexpool nicht durchgängig eine Station, sondern arbeiten tage- oder wochenweise auf verschiedenen Stationen und lernen so unterschiedliche Fachdisziplinen kennen.

Die flexiblen Arbeitszeitmodelle der Märkischen Kliniken reichen von einem Stundenkontingent von drei Stunden täglich bis zu 38,5 Stunden pro Woche. Dies sei auch im Rahmen eines 450-Euro-Jobs möglich. Die Vergütung erfolge nach den Regeln des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. Das Angebot sei ideal für Eltern in der Kinderbetreuung, für Rückkehrer und Wiedereinsteiger, für Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen, um das Studium zu finanzieren oder um mehr Zeit für das Hobby zu haben.

Margareta Maciewska (41) ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und Gesundheits- und Krankenpflegerin im Flexpool der Märkischen Kliniken: „Durch die flexiblen Arbeitszeiten habe ich genügend Zeit für meine Kinder, während ich gleichzeitig in meinem Traumberuf weiterarbeiten kann.“

Die Märkischen Kliniken gehen mit der Ausweitung ihres Angebotes neue Wege in der Mitarbeitergewinnung. „Wir wissen aus Studien, dass viele Pflegekräfte wegen einer privaten Auszeit länger oder ganz ausscheiden, aber unter bestimmten Bedingungen in den Beruf zurückkehren würden“, sagt Pflegedirektorin Dagmar Keggenhoff. „Diese Bedingungen wollen wir gezielt schaffen.“

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