Kran-Manöver im Neubau: 23 Tonnen Treppe am Haken

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Die Treppe, die vom ersten Obergeschoss ins Parterre der neuen Musikschule führen wird, schwebt langsam herab.

Lüdenscheid - Der Neubau der städtischen Musikschule am Staberg geht zügig voran, die Arbeiten liegen nach Angaben der Verantwortlichen im Rathaus voll im Zeitplan. Nun sind auch tonnenschwere Elemente im Treppenhaus verbaut.

Als die Frühschicht die neue Woche auf der Baustelle einläutet, haben die Männer des Unnaer Schwerlastspezialisten Franz Bracht sich schon in Position gebracht. 

Auf zwei Tiefladern ruhen die Beton-Ungetüme, die das Haupttreppenhaus für die neue Musikschule bilden werden – eines 13, das andere zehn Tonnen schwer. Treppen aus einem Guss, Maßanfertigungen. 

Was jetzt folgt, ist Millimeter-Arbeit. Gegen 9 Uhr ist die erste der beiden Treppen an ihrem Platz. Die Männer befestigen Schäkel an den Haken der zweiten Betonkonstruktion. Es dauert nur fünf Minuten, da schwebt das Stück Treppenhaus über dem Loch in der Decke des ersten Obergeschosses. 

Unten stehen kantige Bauarbeiter, einer mit einem dicken Vorschlaghammer über der Schulter, ein anderer mit einem schweren Kuhfuß in der Hand. Für die Kerle vom Bau scheint das Vorhaben nicht so spannend zu sein wie für die Vertreter der Stadt als Bauherrin. 

Architektin Gudrun Abendroth und ihr Kollege Falk Dietrich sowie ZGW-Chef Frank Kuschmirtz haben sich weiße Helme aufgesetzt und beobachten die Arbeit aus sicherer Distanz. 

Ein Bauarbeiter ruft ins Loch: „Guck hin, du Fischkopp!“ von unten kommt eine Stimme: „Selber Fischkopp!“ Mehr Aufregung kommt nicht auf. Die Treppe senkt sich in Zeitlupe hinab, passt nicht auf Anhieb, dreht sich etwas, schaukelt leicht, steigt wieder auf. 

Neuer Anlauf, wieder abwärts, ein Kuhfuß an der richtigen Stelle, ein wohl dosierter Schlag mit dem Hammer, ein kehliger Ruf aus der Tiefe, ein Knirschen, und die Treppe sitzt. Die Bauherren atmen durch. 

Es geht wie geplant weiter mit dem Bau der neuen Musikschule am Staberg. Gudrun Abendroth berichtet, einmal habe man im Zeitplan fünf Tage gehangen. „Aber das haben wir wieder aufgeholt.“ Mit Samstagsarbeit. 

Kuschmirtz sagt: „Wir sind im Soll.“ Es geht also voran. Und aufwärts. Wenn das nächste Geschoss aufgestockt ist, kommen die nächsten Treppen.

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