Alkohol im Blut

Schwerer Unfall: Auto eines Lüdenscheiders von Zug erfasst

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Die Retter waren stark gefordert am Bahnübergang Helbecke.

Nachrodt/Lüdenscheid - Betrunken hat ein Lüdenscheider sein Auto auf die Gleise gelenkt und einen heftigen Unfall verursacht. Ein Zug krachte in den Wagen. Jetzt kommen neue Details ans Licht.

Ein gerichtliches Nachspiel hat der Unfall auf der Ruhr-Siegstrecke, bei dem am 28. Februar um 22.52 Uhr ein Abellio-Regionalzug auf dem Bahnübergang Helbecke in einen VW Golf krachte. Denn der Fahrer des Golf war alkoholisiert, wie nun im Amtsgericht Altena bestätigt wurde. 

Dort muss sich der 40-jährige Unfallverursacher aus Lüdenscheid wegen fahrlässiger Trunkenheit verantworten. Laut Anklage hatte er gut eineinhalb Stunden nach dem Zusammenstoß noch einen Blutalkoholwert von 1,01 Promille. 

Die Anklage sieht eine Verbindung zwischen Alkoholkonsum und dem Unfall: Statt vom Kreinberger Weg nach rechts in den Helbecker Weg abzubiegen, war der 40-jährige Lüdenscheider irrtümlich ins Gleisbett der Ruhr-Siegstrecke gefahren. Dort stieß kurz darauf ein Regionalzug der RB-Linie 91 trotz Vollbremsung mit dem Golf zusammen. 

70.000 Euro Schaden am Zug

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Fahrer und Beifahrer schon aus der gefährlichen Situation befreit und hinter den Schranken in Sicherheit gebracht. Auch im Zug wurde niemand verletzt. 

Dass der materielle Schaden hoch sein würde, war absehbar. Der Staatsanwalt nannte eine Zahl, die unter den ersten Schätzungen lag: 70.000 Euro. Dazu kommt der Restwert des VW Golf, der nach dem Zusammenstoß vermutlich nur noch Schrottwert hatte. 

Massive Probleme im Zugverkehr

Abellio hatte durch den Unfall erhebliche Probleme bekommen, den Fahrplan einzuhalten. Es gab viele Verspätungen, da zwei Ersatzfahrzeuge für den demolierten Zug wegen technischer Defekte ebenfalls nicht zur Verfügung standen. 

Verhandelt wurde der Vorfall im Amtsgericht noch nicht: Nach der Verlesung der Anklage vertagte Richter Dirk Reckschmidt die Sitzung. Der Anwalt des Unfallverursachers hatte noch keine Gelegenheit gehabt, mit seinem Mandanten in Ruhe über den Vorwurf und die Rechtslage zu sprechen. Dabei mögen auch zivilrechtliche Fragen und mögliche Schadensersatzansprüche eine Rolle spielen.

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