Kostentreiber „Wilder Müll“

+
Zusatzarbeiten über das normale Tagespensum hinaus sind für die STL-Männer Dirk Wiatrowski (r.) und Gerd Sommer wegen der zahllossen wilden Müllkippen im Stadtgebiet programmiert: Hier beseitigen sie Abfälle An der Mehr.

LÜDENSCHEID - Müllsünder scheinen sich auch von miesem Wetter nicht beeindrucken zu lassen: Während die angelieferte Tonnage wiederverwertbarer Abfälle auf dem STL-Recyclinghof auch wegen der Witterung im ersten Halbjahr deutlich zurückging (wir berichteten), stieg die Menge der wilden Müllkippen im gleichen Zeitraum sogar noch an.

223 Tonnen illegal entsorgter Abfälle aller Art mussten Kräfte des STL von Januar bis Ende Juni im Stadtgebiet einsammeln – sogar noch vier Tonnen mehr als im ersten Halbjahr 2012. „Die wilden Müllkippen entwickeln sich schon seit Jahren zu einem erheblichen Kostenfaktor“, erklärte Frank Bäcker, Leiter des STL-Recyclinghofes. Im Jahr 2012 sind insgesamt 447 Tonnen wilder Müll angefallen. Die zusätzlichen Entsorgungskosten dafür betrugen 659 000 Euro. „Das ist keine Ausnahme“, sagte Bäcker. Im Jahr 2011 seien sogar 498 Tonnen illegal entsorgter Abfälle registriert worden.

Mit Blick auf die Kosten wird deutlich, dass die ausgeprägte Wegwerfmentalität vieler Mitmenschen einen beachtlichen Faktor in der Kalkulation der Müllgebühren ausmache. Zwischen 600 000 und 700 000 Euro müssen jährlich dem Gebührentopf entnommen werden, um achtlos oder mutwillig weggeworfene Abfälle und Müll aller Art von den Straßen (vor allem im Bereich von Ampeln), aus Grünanlagen oder aus Wäldern zu „bergen“. Das mache zwischen sechs und sieben Prozent der Gesamtkosten fürs Einsammeln und den Transport des Lüdenscheider Hausmülls und hausmüllähnlichen Gewerbeabfalls aus, erläuterte Frank Bäcker.

Beim Stadtreinigungs-, Transport und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) sorgen inzwischen 23 feste Mitarbeiter für die Reinigung der Stadt, unterstützt von vier bis fünf Hartz-IV-Hilfskräften, die ausschließlich zur Beseitigung von wildem Müll eingesetzt werden. Gäbe es den Einsatz dieser Hartz-IV-Kräfte nicht, müssten noch einmal mindestens 100 000 Euro mehr aus dem Gebührentopf genommen werden. - wok

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare