Preissteigerung von 75 Prozent

Kostenexplosion bei Brückenbau in Lüdenscheid

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Schadstoffbelastet: Die Brücke an der Straße Zum Weißen Pferd.

Lüdenscheid – Kostenexplosion bei der Brücke an der Straße Zum Weißen Pferd in Lüdenscheid: In der Ratssitzung am Montag sollen die Politiker einer „überplanmäßigen Bewilligung“ von 330 000 Euro zustimmen. Die kalkulierten Kosten erhöhen sich demnach auf 766 464 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von 75 Prozent.

  • Bauunternehmen meldet bei Brückensanierung in Lüdenscheid Asbestverdacht
  • Auswertung der Proben dauert ungewöhnlich lange 
  • Blei statt Asbest / Baufirma bereitet Klage gegen die Stadt Lüdenscheid vor

Grund ist ein Streit zwischen dem Bauherrn – dem Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) und der ausführenden Baufirma.

Wie berichtet, hatte das Unternehmen einen Asbestverdacht an der Brücke gemeldet. Daraufhin waren Proben genommen worden, deren Auswertung ungewöhnlich lange dauerte. 

Nach offiziellen Mitteilungen der Stadtverwaltung lag das Ergebnis einer dritten Probe monatelang nicht vor – bis schließlich im September der STL ein Ergebnis präsentierte: Nicht Asbest habe man gefunden, sondernBlei - eine giftige Schutzschicht für die Lüdenscheider Brücke. Das Ergebnis sei aber das selbe: Die Brücke müsse schadstoffsaniert werden.

In Wirklichkeit bahnte sich in der „ergebnislosen“ Zeit eine Klage der Baufirma an, da sich Auftraggeber und Auftragnehmer über die Folgen des Schadstoff-Fundes nicht einig waren.

In der Vorlage begründet Bürgermeister Dieter Dzewas die Kostensteigerung mit dem möglichen Prozessrisiko. Dort heißt es: „Zwischenzeitlich haben weitere Gespräche unter Hinzuziehung externer Stellen und Gutachter stattgefunden, die unterschiedliche Auffassungen zum weiteren Vorgehen offenbarten.“

Ein zügiger Weiterbau und die Vermeidung eines Rechtsstreites seien nur dann möglich, wenn für den Bauablauf alle Vorkehrungen einer umfangreichen Bleisanierung getroffen werden. Der Ausgang des möglichen Rechtsstreits sei offen und dessen finanzielles Risiko nicht kalkulierbar.

Die zusätzlichen 330 000 Euro benötigt der STL nun unter anderem für die Bleisanierung sowie für die zusätzlichen von der Baufirma geforderten Prüfungen, darunter Strahlsand-, Strahlstaubuntersuchungen und Arbeitsschutzgutachten. Anders als bei den Erschließungskosten für die Straße Zum Weißen Pferd werden die Anwohner an der Brückensanierung aber nicht beteiligt.

Deutlich teurer wird auch die Sanierung der Versebrücke. Für die kalkulierten 255 000 Euro fand sich bei zwei Ausschreibungsrunden kein Bieter. Das günstigste Bauunternehmen ist 20 Prozent teurer. Bei zudem umfangreicheren Leistungen steigen die Kosten nun auf 404 000 Euro (plus 58 Prozent).

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