Aus für 330 Mitarbeiter

Kostal-Entlassungen: Das sagen Gewerkschaft und Betriebsrat

+
Der Kostal-Hauptsitz in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall haben jetzt auf die angekündigten Kostal-Entlassungen reagiert.

"Sehr betroffen" zeigte sich am Freitag der gemeinsame Betriebsrat von Kostal angesichts der Ankündigung des Unternehmens, 330 Stellen in der Produktion abzubauen.

Gleichzeitig kritisierte er, erst unmittelbar vor Bekanntgabe kurz informiert worden zu sein. Man erwarte noch eine umfassende Information über die geplanten Maßnahmen, ließ der Betriebsrat über Fabian Ferber, bei der IG Metall unter anderem für Pressearbeit zuständig, mitteilen. Das sehe das Betriebsverfassungsgesetz so auch vor.

Der Betriebsrat gehe davon aus, "dass ab jetzt alle Beteiligten die gesetzlichen Verfahrensweisen respektieren und auch zur vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit zurückkehren".

Im Übrigen sehe man es nun als seine Aufgabe, "die Gefühlslage der Belegschaft den Verantwortlichen nahe zu bringen." Zudem halte man die angekündigten Maßnahmen nicht für automatisch alternativlos: "Deswegen werden wir jede Chance nutzen, das Unternehmen zu überzeugen, den Blick auf beschäftigungsfreundlichere Optionen zu lenken."

Betriebsrat kritisiert Kostal-Informationspolitik

Solange die Verhandlungen nicht abgeschlossen und keine rechtsverbindlichen Vereinbarungen getroffen seien, würden zudem alle Kollegen im Unternehmen verbleiben.

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, äußert sich via Fabian Ferber ähnlich: "Das Vorgehen des Arbeitgebers, den Betriebsrat nur kurzfristig vor Bekanntgabe der Entlassungen zu informieren, entspricht nicht den Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes."

Man wolle den Betriebsrat nach Kräften unterstützen, um Alternativen zum Personalabbau aufzuzeigen. Dabei werde auch betriebswirtschaftliche und rechtliche Beratung eingeholt. Gerhardt weiter: "Wir geben uns nicht damit zufrieden, dass Digitalisierung und Globalisierung als Begründung dienen, diesen Jobabbau ohne Alternative darzustellen."

IG Metall: Kostal kein Einzelfall

Die IG Metall sei gesprächsbereit, betont sie und weist darauf hin, dass Tarifpartner zur Sicherung von Beschäftigung auch außergewöhnliche Instrumente nutzen könnten.

Sie gab aber auch ihrer Sorge Ausdruck, "dass Kostal kein Einzelfall bleibt". Daher fordert die Erste Bevollmächtigte: "Digitalisierung und internationaler Wettbewerb müssen endlich beschäftigungspolitisch beantwortet werden. Wir benötigen einen Anspruch auf Weiterbildung inner- und außerbetrieblich.

In Berufsschulen und Weiterbildungseinrichtungen muss endlich investiert werden. Unternehmen im Wandel müssen sich verpflichten, ihre Beschäftigten besser weiter zu qualifizieren."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare